Preisträgerin Mónika Farsang
Mónika Farsang absolviert ihr Doktoratsstudium am Institut für Computertechnik der TU Wien unter der Betreuung von Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.rer.nat. Dr.h.c.mult. Radu Grosu. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der künstlichen Intelligenz, insbesondere auf sogenannten Liquid Neural Networks – einer neuartigen, bioinspirierten neuronalen Netzwerkarchitektur, die ursprünglich an der TU Wien entwickelt wurde.
Ihre Dissertation widmet sich einer wachsenden, jedoch häufig unterschätzten Herausforderung moderner künstlicher Intelligenz: deren ökologischen Auswirkungen. Der zunehmende Einsatz von KI geht mit einem hohen Rechenaufwand und einem steigenden Energieverbrauch einher. Ziel ihrer Forschung ist es daher, neuronale Netzwerkmodelle zu entwickeln, die effizienter, skalierbarer und besser interpretierbar sind, ohne dabei ihre Leistungsfähigkeit einzubüßen. Insbesondere entwickelt sie kompakte Liquid Neural Networks für eingebettete Systeme und Edge-Anwendungen, unter anderem in der Robotik und bei autonomen Systemen. Dadurch soll der Einsatz von KI auf ressourcenbeschränkter Hardware mit geringerem Rechen- und Energiebedarf ermöglicht werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt darin, Liquid Neural Networks für die Verarbeitung sehr langer Sequenzen und für großskalige KI-Systeme nutzbar zu machen. Durch die Entwicklung neuer architektonischer Ansätze verbindet ihre Arbeit zwei sehr unterschiedliche Anwendungsebenen – von energieeffizienter KI auf eingebetteten Geräten bis hin zu skalierbaren neuronalen Architekturen für große Rechensysteme. Indem Recheneffizienz und Energieverbrauch als grundlegende Designziele und nicht als nachträgliche Optimierungen betrachtet werden, leistet ihre Forschung einen Beitrag zur Entwicklung von KI-Systemen, die sowohl leistungsfähig als auch ökologisch nachhaltig sind.
Der Lions Förderpreis ermöglicht es Mónika Farsang, ihre Forschungsergebnisse auf internationalen Konferenzen zu präsentieren und zu den Kosten ihres laufenden Forschungsaufenthalts am MIT beizutragen. Gleichzeitig stärkt der Forschungsaufenthalt die internationale Zusammenarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur finalen Phase ihres Doktoratsstudiums leisten wird.