Datenidentifikatoren

Ein Digital Object Identifier (DOI) ist ein eindeutiger und dauerhafter Name eines wissenschaftlichen digitalen Dokumentes. DOIs zeigen nicht nur wo das Dokument derzeit zugänglich ist, sondern sie speichern auch die wichtigen Metadaten des referenzierten Dokumentes. Diese Metadaten sind der Lokator (URL), der Titel, die Urheber, der Herausgeber, das Erscheinungsjahr und die Art der Ressource. Außerdem ist das DOI-System ein ISO-Standard (26324:2012).

Beim Publizieren eines wissenschaftlichen Artikels wird normalerweise automatisch ein DOI vergeben, besonders in Web of Science oder Scopus indexierten Zeitschriften/Journals. Herausgeber, die DOIs als persistente Identifikatoren benutzen, sind unter anderem Springer, Elsevier, Wiley, Taylor & Francis, Frontiers, Copernicus Publications und PLOS.

Die TU Wien Bibliothek baut im Laufe des Jahres 2019 eine offizielle DOI-Vergabestelle auf. Diese Vergabestelle wird Forschenden die Registrierung von DOIs für ihre Forschungsergebnisse (Dissertationen, Forschungsdaten, digitalisierte Bilder usw.) ermöglichen. Falls Sie vorab dringend einen DOI benötigen, können Sie diesen zum Beispiel in Zenodo oder Figshare erhalten.

Die gefilterte Suche des globalen Registers re3data erlaubt Datenrepositorien zu finden, die DOIs als Identifikatoren verwenden. Allgemeine Online-Repositorien wie zum Beispiel Zenodo oder Figshare, die für wissenschaftsbezogene Publikationen, Berichte, Präsentationen, Videos und andere Forschungsdaten verwendet werden können, reservieren und vergeben auch DOIs.

 

 

Ein DOI ist eine eindeutige Kombination von Zeichen und besteht aus zwei Teilen, dem Präfix und dem Suffix - getrennt durch einen Schrägstrich. Die folgenden Zeichen sind in einer DOI-Struktur erlaubt:

  • A-Z
  • a-z
  • 0-9
  • : (Doppelpunkt)
  • . (Punkt)
  • - (Strich)
  • _ (Unterstrich)
  • / (Schrägstrich)
  • + (plus)

Nach der Registrierung durch einen DOI-Provider (wie zum Beispiel DataCite) wird ein individuelles Präfix zugewiesen. Die Konfiguration des Suffixes wird von der wissenschaftlichen Einrichtung, dem Herausgeber oder dem Repositorium übernommen. 

Beispiele für DOIs:

  • Ein DOI macht die Daten zitierbar.
  • Er garantiert Langzeitarchivierung, Zugriffsmöglichkeit und Auffindbarkeit.
  • Die wichtigsten Metadaten werden ebenfalls gespeichert.
  • Ein DOI erleichtert die Verknüpfung der Daten mit zugehörigen wissenschaftlichen Ressourcen (z.B. Publikationen, Software).

Ja, gibt es auch andere Systeme wie zum Beispiel Handle, Uniform Resource Name (URN) und Persistent Uniform Ressource Locator (PURL). Sie werden häufig für Hochschulschriften oder in Repositorien verwendet. Für zitierbare wissenschaftliche Aufzeichnungen werden aber in der Regel DOIs empfohlen.

  •  Handle:

Das Handle-System identifiziert digitale Objekte (Videos, Bilder, Zeitschriften etc.), damit sie auffindbar sind, unabhängig vom Namen des Servers, auf dem sie sich befinden. Das Handel-System wurde von der Corporation for National Research Initiatives (CNRI) entwickelt und wird von vielen anderen übergeordneten Systemen verwendet, wie zum Beispiel DOI. Da DOI und Handle auf der gleichen Infrastruktur aufgebaut sind, ist die technische Interoperabilität zwischen diesen Identifikatoren zu 100 % gegeben. Eine Handle hat die folgende Struktur: http://hdl.handle.net/11449/152663

  • URN:

Ein URN ist eine Zeichenkette, die digitale Objekte eindeutig durch einen Namen identifiziert, unabhängig davon, ob es sich um Textdokumente, Soundclips, Software, Bilder oder andere Objekte handelt. Der URN identifiziert das Objekt. Das bedeutet aber nicht, dass das digitale Dokument verfügbar ist.
An der TU Wien werden URNs im ReposiTUm benutzt. Ein URN hat die folgende Struktur: urn:nbn:at:at-ubtuw:1-119958.

  • PURL:  

Das PURL-System (verwaltet vom OnLine Computer Library Center, OCLC) trennt den Namen eines Dokuments von seinem Speicherort. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Dokument auch langfristig gefunden wird. Wenn ein Dokument seinen Speicherort wechselt, ändert sich seine URL, aber der PURL bleibt gleich. Der PURL zeigt nicht direkt auf den Standort einer Ressource im Internet, sondern auf einen Zwischenauflösungsdienst (OCLC PURL-Server, der als Vermittler fungiert), der der PURL mit dem URL verknüpft und diesen URL an den Client zurückgibt (Standard HTTP-Umleitung). Ein PURL hat die folgende Struktur: http://purl.org/ontology/bibo/oclcnum