News zum Forschungsdatenmanagement

Wie könnten zukünftige Forschungsumgebungen aussehen?

Hier finden Sie die Antworten von 20 Forschenden: Services, die den Forschungsalltag erleichtern, Wünsche für die Zukunft.

Group of people sitting in meeting room, one person at flipchart

Foto: Juliana Giroletti

Foto: Juliana Giroletti

Brainstorming mit Forschenden

Um die Anforderungen von Forschenden mit den Zielen der European Open Science Cloud (EOSC) in Einklang zu bringen, organisiert die TU Wien, in ihrer Rolle als Konsortialpartner bei EOSCSecretariat, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, eine Reihe von Workshops und Diskussionen mit Forschenden. Dabei wird der aktuelle Bedarf in Bezug auf ihre Forschungsprozesse sowie zukünftige Bedürfnisse und Anforderungen an Forschungsinfrastrukturen und Services erörtert.

Der erste Workshop dieser Serie, “Co-Creating the EOSC. Needs and requirements for future research environments”, fand Anfang dieses Jahres, am 13. Jänner 2020, in Feldkirch in Vorarlberg statt. Er richtete sich an eine ausgewählte Gruppe von 20 europäischen Forschenden aus verschiedenen Bereichen mit Schwerpunkt auf Natur- und Technikwissenschaften. Bei den Teilnehmenden handelte es sich um ERC, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster Grant Holders, Mitglieder der Marie Curie Alumni Association, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster und Mitglieder der Young Academy of Europe, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, unter Berücksichtigung von geografischer, geschlechtsspezifischer und disziplinärer Ausgewogenheit.

Herausragende Themen

In großer Übereinstimmung befanden die Teilnehmenden, dass Forschung einen wichtigen Beitrag zur Lösung von großen gesellschaftlichen Herausforderungen hat. Daher sollte es ein Mitspracherecht bei der Definition von Forschungsfragen geben. Initiativen wie die EOSC können ein Vehikel sein, um diesbezüglich Kräfte zu bündeln. Sie soll dazu beitragen, individuelle Forschungsaktivitäten in gemeinschaftliche Anstrengungen umzuwandeln. Alltägliche Gewohnheiten des Einzelnen, die Art und Weise, wie Forschende Services nutzen, sollten verändert und Barrieren zwischen unterschiedlichen Disziplinen beseitigt werden.

Die Diskussionen drehten sich viel um Wissenschaftskommunikation und darum, wie der Einfluss von Forschung in der Gesellschaft erhöht werden kann. Dazu gehören Übersetzungsdienste ebenso wie die Neudefinition der Rolle von Forschenden im Zusammenhang mit KI in Forschungsprozessen. Das Thema Evaluierung von Forschungsoutput kam wiederholt zur Sprache. Forschende wünschen sich fortgeschrittene Metriken, die über die Publikation hinausgehen, sowie Metriken, welche die Zusammenarbeit von Forschungsteams berücksichtigen. Dies ist im Fall von Daten und ihren Verarbeitungsprozessen, einschließlich Maschinen, Software und Services, umso wichtiger. Viele Diskussionen bezogen sich natürlich auf den Ausbau vertrauenswürdiger und nachhaltiger Dateninfrastrukturen bei gleichzeitiger Sicherstellung von rechtlichen Rahmenbedingungen und klaren Zugangsregeln.

Ideen für konkrete Services

Im Workshop und in der Nachbearbeitung wurde großer Wert darauf gelegt, die geäußerten Bedürfnisse auf konkrete Services umzulegen. Im Folgenden finden Sie eine Liste der identifizierten Key Services:

  • Services zur Wissenschaftskommunikation, um den Einfluss von Forschung auf die Gesellschaft zu erhöhen; Services für Wissenstransfer in Lehre, Veranstaltungen und Konferenzen, z.B. mit Diensten wie "Google Docs for EOSC" oder "GoToMeeting for EOSC"
  • Erweiterte Metriken für Forschungsoutput, über Publikationen hinaus (für Daten, Code, Nachnutzung, Ideen, Projektanträge, Mentoring...); Metriken für Forschungsteams, für kollaborativ erstellten Output

  • PIDs (z.B. DOIs) zur Identifizierung unterschiedlicher Teile einer Analyse oder einzelner Aspekte von Daten
  • Automatisierte Übersetzungsdienste (voice-to-voice, machine-to-human), mathematische Übersetzungsdienste, Übersetzungsdienste für disziplinspezifische Fachbegriffe
  • Dienste für automatisierte Programmierung
  • Disziplinübergreifendes Ontology Mapping
  • Services für virtuelle (Team-)Sitzungen
  • Services für automatisierten Austausch von Scholarly Knowledge
  • Einsatz von KI bei Forschungsanträgen, z.B. Services zur Überprüfung von Formularen und formalen Kriterien
  • Einsatz von KI im Personalmanagement, z.B. bei der Sichtung von CVs von Studierenden und Forschenden, automatisierte Vorschläge, aufbauend auf fortgeschrittenen Metriken etc.
  • Services, die neue KI-Lösungen entdecken, evaluieren und monitoren
  • Services für Daten: Systeme mit möglichst offenem Zugang, Services für automatisierte Aufzeichnung von Provenienz-Metadaten, Berechnungen und Prozessen, Services für automatisierte Datenerfassung
  • Services für Data Visiting
  • Services für Data Tracking
  • Services für automatisierte Löschprozesse

 

Mehr Informationen finden Sie im vollständigen Bericht zum Workshop, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster:  

  • Akgun, Omer Can, Bazilinskyy, Pavlo, Budroni, Paolo, Demoulin, Baptiste, Dias, Frederic, Flicker, Katharina, … Verde, Licia. (2020, March 9). Report on the Workshop "Co-creating the EOSC: Needs and requirements for future research environments" (Version 1.1). Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.3701194

EOSC Kontakt an der TU Wien

Die TU Wien unterstützt als Partner im H2020-Projekt EOSCsecretariat.eu, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster den Aufbau der EOSC. Insbesondere befasst sich das Projekt mit der Schaffung eines operationalen Rahmens für alle EOSC Governance Boards bis Ende 2020.

EOSCsecretariat.eu-Kontakte an der TU Wien:

 

EOSCsecretariat.eu erhält Mittel aus dem Horizon-Programm der Europäischen Union, Call H2020-INFRAEOSC-05-2018-2019, Grant Agreement Number 831644.