Kostenkalkulation für Datenmanagement

Kosten für Forschungsdatenmanagement sind für manche Fördergeber verrechenbar und daher schon bei der Antragstellung relevant. Sie wirken sich aber auch auf die Planung im Allgemeinen aus, da ein effizienter Einsatz von Zeit und Geld wesentlich zum Erfolg eines Projekts beiträgt.

Mögliche Kostenfaktoren

  • Personalkosten
    • z.B. die Einstellung einer Person, die sich bestimmten Aspekten des Datenmanagements im Projekt widmet. Dies kann folgende Aufgaben umfassen: Erstellung, Implementierung und Aktualisierung eines Datenmanagementplans, Datenbeschreibung, Datenbereinigung, Koordination des Datenflusses/Datenaustauschs zwischen den Projektpartnern, Metadaten, Dokumentation, Transkription, Digitalisierung, Anonymisierung, Konvertierung, Backup etc.
    • Zeit (eine Ressource, auf die man nie vergessen sollte), z.B. für die Aufbereitung von Forschungsdaten für die Archivierung und Veröffentlichung einschließlich der entsprechenden Dokumentation
  • Hardware und Infrastruktur, z.B. Cloud Computing und Speicherung, High Performance Computing, Netzwerkanbindung (im Falle von Spezialfällen)
  • Software, z.B. Electronic Lab Notebooks, Projektmanagement-Software, Lizenzen (falls nicht von der TU Wien angeboten)
  • Programmieraufwand, z.B. für APIs zum Datenupload, Visualisierungszwecke
  • Maßnahmen zum Schutz wirtschaftlich sensibler oder personenbezogener Daten (z.B. Antrag bei der Ethikkommission, Notwendigkeit der Erstellung geeigneter Einwilligungserklärungen, Anonymisierungen, sichere Speicherung)
  • Trainingskosten
  • Webauftritt (Domain, CMS, Entwicklung, hosting)
  • Veröffentlichungs- und Archivierungskosten, z.B. für die Datenablage in manchen Repositorien
  • Rechtsberatung, z.B. bei Urheberrechtsfragen, speziellen Vereinbarungen, Einwilligungserklärungen

 

Bitte beachten Sie auch die folgenden Tools für Kostenkalkulationen:

 

Kostenregelungen bei Förderorganisationen

Horizon 2020

In Horizon 2020 (einschließlich ERC-Grants) ist der offene Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Forschungsdaten, wie in Artikel 29.3 des Model Grant Agreements dargelegt, verpflichtend. Die damit verbundenen Kosten werden daher von der Europäischen Kommission als förderfähig angesehen, um Forschende bei der Erfüllung dieser Anforderungen zu unterstützen und die erforderlichen Ressourcen und die Budgetplanung sicherzustellen.

Die Förderfähigkeit während der Projektlaufzeit ist im Model Grant Agreement hauptsächlich in Artikel 6 (eligible and ineligible costs), und insbesondere in Klausel 6.2.D.3 definiert. Wichtig: Datenmanagementkosten sind auch nach der Projektlaufzeit verrechenbar, müssen aber schon der Antragsphase eingeplant werden.

Sehen Sie auch: https://www.ffg.at/europa/recht-finanzen/h2020-kosten

FWF

Im Rahmen des Förderantrags können Kosten für die Aufbereitung, Archivierung, den offenen Zugang und die Nachnutzung von Forschungsdaten in Repositorien beantragt werden (siehe die jeweiligen Antragsrichtlinien). Mehr Informationen unter: https://www.fwf.ac.at/de/forschungsfoerderung/open-access-policy/forschungsdatenmanagement/

 

Gut zu wissen

Nach Angaben der High Level Expert Group on the European Open Science Cloud sollten durchschnittlich etwa 5% der Forschungsausgaben für Forschungsdatenmanagement und Data Stewardship aufgewendet werden.