Repositorien

Repositorien ermöglichen die langfristige Aufbewahrung, die Publikation und das Auffinden digitaler Daten. 

Über Benutzeroberflächen können Sie Ihre Forschungsdaten gemeinsam mit Kontextinformation hochladen und Ihre Nutzungsbedingungen definieren. Interessierte Dritte können Ihre öffentlichen Daten durch gängige Suchmaschinen im Internet finden, betrachten und gegebenenfalls herunterladen und nachnutzen. Metadaten und persistente Identifikatoren gewährleisten die Auffindbarkeit und Zitierbarkeit von Datensets und erhöhen somit die Sichtbarkeit von Forschenden und ihren zugehörigen Forschungsinstitutionen.

Die TU Wien betreibt bisher kein eigenes Datenrepositorium. Der Bedarf an einem TU-eigenen Service für die Veröffentlichung und langfristige Aufbewahrung von Forschungsdaten wird derzeit untersucht.

ReposiTUm ist ein Dokumentenserver und kann von Ihnen genutzt werden, sofern Ihre Forschungsdaten als Textdateien vorliegen.

Als Service der TU Wien Bibliothek bietet es den Angehörigen der Universität vorrangig die Möglichkeit, wissenschaftliche Publikationen im Sinne des Open Access als Volltext zu veröffentlichen.

ReposiTUm beinhaltet folgende Publikationen/Dokumente:

Zeitschriftenartikel (Preprint, Postprint, Publisher's Version), Buchbeiträge, Beiträge zu Tagungsbänden (Kongressbeiträge), Vorträge/Posterpräsentationen, Bücher, Wissenschaftliche Berichte (Working Papers, Reports), Publikationen der TU Wien (Kongressberichte, Zeitschriften), Hochschulschriften (Dissertationen, Diplomarbeiten, Masterarbeiten)

Mehr Information unter: https://repositum.tuwien.ac.at/wiki/faqs

Bei der Suche nach einem fachspezifischen Forschungsdatenrepositorium kann Ihnen das globale Register re3data helfen. Eine ähnliche Plattform ist der Repository Finder von DataCite, der ausschließlich Fachrepositorien enthält, die den FAIR-Prinzipien folgen.

Sollten Sie für Ihre Disziplin kein passendes Fachrepositorium finden, können Sie ganz einfach ein fachübergreifendes Repositorium verwenden. Einige dieser allgemeinen Repositorien, wie zum Beispiel Zenodo oder Software Heritage (für Software im Quellcodeformat), werden durch öffentliche Gelder finanziert und sind für den Nutzer kostenfrei. Die Betreiber anderer Repositorien, wie Dryad oder Figshare, verlangen dagegen eine Gebühr. Archivierungs- und Publikationskosten sollten daher frühzeitig ermittelt und gegebenenfalls in der Finanzplanung Ihres Projektes berücksichtigt werden.

Eine kurze Information über Zenodo und die drei Schritte zur Archivierung/Publikation bietet das Zenodo Fact Sheet.

Bei der Auswahl eines Repositoriums kann es helfen, unten stehende Faktoren zu berücksichtigen. Tipp: Bei Verzeichnissen wie re3data.org ist es möglich, Suchfilter nach diesen Kriterien einzustellen:

  1. Entspricht das Repositorium meinen individuellen Datenanforderungen (z.B. akzeptierte Formate, angebotene Metadatenfelder, Zugriff, Sicherung und Wiederherstellung sowie Nachhaltigkeit des Dienstes)? Die meisten dieser Informationen sollten auf den Richtlinienseiten bzw. den Nutzungsbedingungen des Anbieters enthalten sein
  2. Vergibt das Repositorium persistente Identifkatoren?
  3. Welche Kostenmodelle bietet das Repositorium an? Der Preis kann hier z.B. von der Datenmenge abhängen
  4. Bietet das Repositorium klare Bedingungen, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen (z.B. für den Datenschutz)?
  5. Bietet das Repositorium die Lizenzmodelle an, die ich benötige (z.B. Creative Commons, spezielle Lizenzen für Software)?
  6. Welche Zugangsmodelle bietet das Repositorium? Diese Frage hängt davon ab, wie sie Ihre Daten bereitstellen möchten – sollten sie öffentlich (Open Access) zugänglich sein, nur für einen eingeschränkten Nutzerkreis oder nur abgelegt werden?
  7. Kann ich den Zugriff auf meine Daten, z.B. wegen Embargofristen, (vorübergehend) einschränken?
  8. Ist das Repositorium als "vertrauenswürdiges Datenarchiv" zertifiziert? Solche Zertifizierungen sind z.B. das CoreTrustSeal, das Nestor Seal oder ISO 16363 certified depositories. Gut zu wissen: Diese Siegel unterstützen auch die FAIR-Prinzipien
  9. Stellt das Repositorium Zugriffs- und Downloadstatistiken bereit?
  10. Gibt es Hinweise, wie die hinterlegten Daten zitiert werden sollten?
  11. Kann ich davon ausgehen, dass der Dienstleister langfristig bestehen bleibt (kann von wirtschaftlichen und politischen Faktoren abhängen)?
  12. In welchem Rechtsraum befindet sich das Repositorium? Beachten Sie: Es gibt unterschiedliche Rechtssituationen in Europa und den USA

Damit Sie beim Hochladen Ihrer Datensätze nicht mit ungeplanten Kosten oder erhöhtem Zeitaufwand konfrontiert werden, können Sie bereits im Vorfeld einige Faktoren beachten:

  • Achten Sie darauf, dass Ihr ausgewähltes Repositorium Ihre Datentypen und Dateiformate unterstützt
  • Evtl. ist es sinnvoll, alle relevanten Daten- und Dokumentationsfiles vorab in einem Zip-File zu bündeln
  • Halten Sie die kontextuellen Metadaten bereit, z.B. den/die Verantwortliche(n), den/die Principal Investigator, alle Projektbeteiligten, Informationen zum Förderprogramm, Lizenzen (klären Sie unbedingt vor dem Upload ob Sie berechtigt sind, eine Lizenz zu vergeben)
  • Halten Sie Ihre Datendokumentation und mögliche Begleitmaterialien (supplementary material) bereit
  • Geben Sie alle Informationen, die für die Nachvollziehbarkeit, Interpretation und Nachnutzung Ihrer Daten erforderlich sind; falls das Repositorium Ihrer Wahl nicht die geeigneten Metadatenfelder dafür hat, empfiehlt sich der Upload eines klar strukturierten Textfiles
  • Falls Ihre Datensätze in Verbindung mit einer Software stehen, geben Sie Informationen zur Version und einen Link zum Ablageort der Software (z.B. Github)
  • Beachten Sie, dass Mehrsprachigkeit die Auffindbarkeit Ihrer Daten erhöht: zumindest für das Abstract ist eine englischsprachige Beschreibung notwendig