Therese Schwarzböck ist Doktorandin am Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft und arbeitet im Fachbereich Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft unter der Leitung von Prof. Helmut Rechberger. Aufgrund des umweltrelevanten Themas wurde ihr ein Sonderpreis zuerkannt.

In ihrem Dissertationsvorhaben beschäftigt sich Therese Schwarzböck mit der Validierung und Weiterentwicklung einer Methode zur Bestimmung der Klimarelevanz von brennbaren Abfällen.
Durch die weltweit zunehmende thermische Verwertung von Abfällen werden klimaschädliche Methanemissionen aus der Deponierung verhindert und fossile Energieträger (z.B. Erdöl, Erdgas) in der Industrie substituiert (z.B. in der Zementindustrie). Gleichzeitig steigen jedoch die CO2-Emissionen aus der Abfallverbrennung. Diese sind gemäß IPCC nur zum Teil klimarelevant, da Abfälle neben Anteilen fossilen Ursprungs (vorwiegend Kunststoffen) auch biogene Materialien beinhalten (z.B. Papier, Holz), deren Verbrennung klimaneutral ist.

Die am Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft entwickelte „Bilanzenmethode“ ermöglicht es auf vergleichsweise einfache und kostengünstige Art, den fossilen Anteil in brennbaren Abfällen zu bestimmen. Die Arbeit von Therese Schwarzböck umfasst die Validierung der „Bilanzenmethode“ und die Identifikation von Potentialen und möglichen Einschränkungen der Anwendbarkeit des Verfahrens. Dazu wurden bereits umfassende Untersuchungen mit künstlich hergestellten und realen Abfallgemischen durchgeführt, eine Anwendung auf sämtlichen Müllverbrennungsanlagen in Österreich realisiert sowie notwendige Stoffkennwerte für Abfälle in Europa überprüft. Um die Untersuchungen auf Länder mit signifikant unterschiedlicher Abfallzusammensetzung auszuweiten und die „Bilanzenmethode“ hierfür anzupassen, ist es geplant, Abfälle in Indonesien und China zu beproben. Beide Länder zählen weltweit zu den Top 10 CO2-Emittenten und erfahren, auch aufgrund der formulierten CO2-Reduktionsziele, einen Wendepunkt in der Abfall- und Energiewirtschaft, hin zu einer verstärkten thermischen Verwertung von Abfällen.
Therese Schwarzböck verwendet den ihr zuerkannten Sonderpreis in der Höhe von 2.000 € um einen Aufenthalt in Indonesien (Banda Aceh) zu finanzieren, vor Ort Abfallproben zu nehmen und Analysen für ihre Forschungsfragen durchzuführen.

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