Michaela Killian ist seit März 2016 Post-Doktorand in der Gruppe von Prof. Stefan Jakubek am Institut für Mechanik und Mechatronik an der TU Wien in der Abteilung für Regelungstechnik und Prozessautomatisierung. Während Ihrer Dissertation „Cooperative fuzzy model predictive control of a multi-zone office building“ wurde Sie von Prof. Martin Kozek betreut.

Das interdisziplinäre Arbeitsgebiet von Michaela Killian verbindet den anspruchsvollen mathematischen Methodenzugang mit verschiedensten Anwendungsgebieten. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die komplexe Entwicklung von Algorithmen und Methoden für wissenschaftliche und vor allem anwendungsbezogene Fragestellungen. Frau Killians Arbeit hat unmittelbaren Nutzen in der Gebäudeautomatisierung um den Komfort der NutzerInnen zu gewährleisten, während gleichzeitig eine nachhaltige CO2 Reduktion für die Umwelt entsteht. Durch die Entwicklung einer speziellen Reglerstruktur können diese beiden widersprüchlichen Optimierungsziele gelöst werden. Ihr Arbeitsgebiet ist einerseits wissenschaftlich anspruchsvoll und andererseits ist die praktische Verwertbarkeit und direkte Umsetzung im Gebäude von wesentlicher Bedeutung. Die Motivation einer solchen komplexen nichtlinearen Gebäuderegelung besteht darin, dass herkömmliche Regelkonzepte auf Störgrößen wie Sonneneinstrahlung, Außentemperatur oder das NutzerInnenverhalten nur sehr träge reagieren können. Im Gegensatz dazu bietet Ihr modellprädiktives Konzept den Vorteil, dass Vorhersagen von Störgrößen direkt in die Optimierung mit einbezogen werden und daher auf zukünftige Störungen vorab reagiert wird.

Da es sich bei einem Gebäude um ein nichtlineares dynamisches System handelt, wurde der Ansatz eines Fuzzy modellprädiktiven Reglers gewählt. Dieser konnte im Zuge der Dissertation zu einem kooperativen Fuzzy modellprädiktiven Regler (CFMPC) ausgeweitet werden, für welchen die gesamte
Theorie eigenständig weiterentwickelt und publiziert wurde. Die Ergebnisse dieses Konzeptes konnten bewiesen werden und erweitern die bestehenden Theorie der Fuzzy modellprädiktiven Regelung enorm.

Eine neue Publikation, in welcher die noch nicht verwerteten Resultate des Dissertationsprojektes verarbeitet wurden, wurde bereits beim IEEE World Congress on Computational Intelligence in Vancouver, Kanada erfolgreich eingereicht und für eine Fachpräsentation im Juli 2016 ausgewählt (http://www.wcci2016.org/, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster). Michaela Killian verwendet den ihr zuerkannten Sonderpreis, um den Flug nach Vancouver und die Konferenzgebühren zu finanzieren.