METENCO - Historical Metalworking Techniques and Environmental Influences on the Corrosion and Preservation of Copper and its Alloys
Every tool that shapes copper leaves its mark not only on the metal, but on its entire history
Kaum ein Material prägt unsere Bau- und Kulturgeschichte so nachhaltig wie Kupfer. Ob als Dachdeckung bedeutender Sakralbauten, als künstlerisches Gestaltungselement oder als Alltagsobjekt – Kupfer ist vielseitig, beständig und ästhetisch prägend. Doch gerade diese Eigenschaften sind zunehmend gefährdet: Umweltveränderungen, moderne Herstellungsverfahren und modifizierte Legierungen sowie der Verlust traditioneller Handwerkskunst wirken sich darauf aus, wie historische Kupferobjekte altern und wie sie erhalten werden können.
Das Forschungsprojekt METENCO (METalworking, ENvironment and COpper) widmet sich dieser Herausforderung. Es untersucht, wie sich traditionelle Verarbeitungstechniken, wie Hämmern, Glühen, Polieren oder künstliche Patinierung auf die Korrosionsbeständigkeit und Alterung von Kupfer und Kupferlegierungen auswirken. Dabei werden originale historische Kupferbleche, die bei Restaurierungsmaßnahmen entnommen wurden, mit experimentell hergestellten Referenzproben verglichen. Diese werden nach historischen Methoden gefertigt und gezielt kontrollierten Alterungsprozessen unterzogen.
Ziel ist es, das Zusammenspiel von Materialstruktur, Umweltbedingungen und handwerklicher Bearbeitung besser zu verstehen und daraus praxisnahe Empfehlungen für die Denkmalpflege zu entwickeln. Moderne Umweltbedingungen führen dazu, dass neue Kupferflächen oft dunkel werden, anstatt die ikonische grüne Patina zu entwickeln. Ein solcher Wandel muss nicht nur als wissenschaftliches, sondern auch als kulturelles und ästhetisches Problem betrachtet werden.
Das Projekt verbindet modernste Analysemethoden (z. B. mobile Röntgentechnik, Elektronenmikroskopie, Oberflächenanalytik) mit historischem Wissen und Handwerk. Dadurch entstehen neue Grundlagen für nachhaltige Reinigungs- und Konservierungsstrategien, die sowohl die materielle Substanz als auch die visuelle Kontinuität bewahren.
Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen, Restaurator:innen, Handwerker:innen und Denkmalpfleger:innen leistet METENCO einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des europäischen Kulturerbes in Zeiten des ökologischen und gesellschaftlichen Wandels. Die praxisnahen und zukunftsorientiert Erkenntnisse fließen in Open-Access-Publikationen, Schulungen, Ausstellungen und Leitfäden ein.
Projektleiter und Gastinstitutionen
Mag.art. Dr.rer.nat. Valentina Ljubić Tobisch - TU Wien
Univ.-Prof. i.R. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Kautek - University of Vienna, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster
Dipl.-Min.in Dr.in rer.nat. Klaudia Hradil - TU Wien
HR Mag.a Astrid M. Huber-Reichl - Bundesdenkmalamt, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster
