Einladung zum öffentlichen Rigorosum von Herrn Dipl.-Ing. Richard Prüller BSc

21. April 2026
Titel der Dissertation: A Circuit-Theoretic and Graph-Based Wireless Channel Model

sim_setum

Prüfungssenat:

Univ.-Prof.Dr. Markus Rupp / E 389 (BetreuerIn)

Prof. Josef Nossek / TU München

Univ.-Prof.Dr. Christoph Mecklenbräuker / E 389

ao.Univ.-Prof.Dr. Thilo Sauter / E 384 (Vorsitz)

Termin: 21. April 2026, 10:30 Uhr

Ort: Seminarraum 384, CD 02 04

Kurzfassung

Diese Dissertation behandelt ein schaltungstheoretisches, graphbasiertes drahtloses

Kanalmodell (CGCM), das Antennen, Streuer und Schaltungen in einem einheit-

lichen, auf S-Parametern basierenden System zusammenführt. Das Kanalmodell

wird systematisch von Grund auf entwickelt. Zunächst werden die wesentlichen

Grundlagen der Antennentheorie behandelt. Darauf aufbauend wird das verein-

heitlichte Antennenmodell (Unified Antenna Model, UAM) für Fernfeldübertra-

gung, -empfang und -streuung eingeführt. Das UAM basiert auf vier grundlegenden

Gleichungen, aus denen vier Kenngrößen hervorgehen, die eine Antenne im Fern-

feld vollständig charakterisieren. Das CGCM stellt die konsequente Erweiterung

des UAM auf Szenarien mit mehreren Antennen und Streuern dar. Es erlaubt

unter anderem die Modellierung von Mehrantennensystemen, analogen und hy-

briden Beamformern, rekonfigurierbaren intelligenten Oberflächen (RIS) sowie des

Nahfelds großer Antennenarrays. Signale werden als Wurzel-Leistungswellen be-

schrieben und Kopplungsbeziehungen mittels S-Parametern formuliert, wodurch eine

direkte Einbindung gemessener Antennendaten und HF-Komponenten ermöglicht

wird. Die resultierende Matrixformulierung trennt Schaltungs- und Nahfeldkopp-

lung von Fernfeld- und Streulinks und liefert eine kompakte Kanalbeschreibung, die

sich für Analyse und Simulation über große Bandbreiten eignet. Eine Referenzim-

plementierung des Modells wird anhand breitbandiger Indoor-Messkampagnen im

Frequenzbereich von 6–24 GHz unter Verwendung virtueller Arrays validiert. Es

wird gezeigt, dass die Simulationen zentrale Kanaleigenschaften wie die Stärke der

Sichtverbindung, die Mehrwege-Struktur, die räumliche Konsistenz sowie das fre-

quenzabhängige Verhalten der Singulärwerte zuverlässig abbilden. Da diese Kanal-

eigenschaften im Bereich der Signalverarbeitung von großer Wichtigkeit sind, ist das

CGCM besonders geeignet um Algorithmen an realistischen Funkkanälen zu testen.

Einladung PRÜLLER Richard PDF157.20 KB

Beitrag erstellt am: 05.03.2026