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Ulrich Schmid - Professor für Mikrosystemtechnik

Seit Oktober 2008 erforscht Universitätsprofessor Ulrich Schmid am Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme der TU Wien neue Ansätze zur Realisierung von Mikrosensoren und Mikroaktoren.

Ulrich Schmid

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Der geborene Münchener Ulrich Schmid trat im Oktober 2008 seine Universitätsprofessur an der Technischen Universität Wien an. Langjährige Erfahrung in der Industrie und der universitären Forschung kommt ihm bei seinen neuen Aufgaben zugute. Mit der neuen Leitung der Abteilung Mikrosystemtechnik am Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme will sein Team neue Forschungsthemen aufbauen. „Einer der vielen Vorteile an der TU Wien ist, dass wir hier am Institut schon auf eine funktionierende Reinrauminfrastruktur zurückgreifen können“, freut sich Schmid.

Preisgekrönte Doktorarbeit

Vom Beginn seiner Forscherkarriere an galt Schmids Interesse der Entwicklung von Techniken für die Umsetzung mikrostrukturierter Bauelemente, von der Erarbeitung der ersten Ideen bis zum Bau von funktionierenden Prototypen. In seiner Diplomarbeit, die er in den Jahren 1998 und 1999 beim einstigen Daimler-Benz-Konzern machte, entwickelte er hochgradig temperaturbeständige mikroelektronische Bauelemente aus kristallinem Siliziumkarbid für Drucksensoranwendungen in Verbrennungsmotoren. Seinen Doktor machte Schmid 2003 bei Daimler-Chrysler und der EADS Deutschland GmbH mit der Entwicklung eines millimetergroßen Keramiksensors, der in den Einspritzdüsen eines Common-Rail-Systems für Dieselmotoren die Menge des durchfließenden Kraftstoffs misst. Für diese Arbeit erhielt Schmid 2006 den mit 2500 Euro dotierten deutschen VDE/VDI-GMM-Preis.

Freiheit an der Uni bevorzugt

Im Jahr 2003 verließ Schmid die Industrie, um eine Postdoc-Stelle an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken anzutreten. Die Entscheidung, aus der Industrie an die Uni zu gehen, fiel ihm nicht ganz leicht. „Es zog mich an die Universität, weil ich mir dort meine Forschungsziele selbst aussuchen konnte“, erklärt er seine Entscheidung von damals, die er bis heute nicht bereut. In Saarbrücken baute Schmid den Lehrstuhl seines damaligen Chefs Prof. Dr. Helmut Seidel mit auf, später leitete er auch seine erste eigene Arbeitsgruppe. In seiner universitären Forschungsarbeit blieb er der Technik keramischer Sensoren treu und entwickelte in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen großen Technologieunternehmen unter anderem ein Platz sparendes Radarmodul zur Abstandsmessung bei Autos und einen Drucksensor für Raketentriebwerke. Seine vielen Kontakte in die Industrie, die er in der Zeit bei Daimler und EADS aufgebaut hatte, waren da natürlich hilfreich.

Physiklehrer war prägend


Dass Ulrich Schmid eines Tages in der universitären Forschung arbeiten würde, war ihm nicht in die Wiege gelegt. „Erst die Begegnung mit meinem damaligen Physiklehrer in der zehnten Klasse, in Österreich ist das die 6. Klasse der Mittelschule, hat mir die Welten der Mathematik und der Physik so richtig eröffnet“, erinnert er sich an seine Schulzeit in Grafing bei München. Nach dem Abitur studierte er in München, Kassel, Frankfurt und an der University of Nottingham, England Physik, Mathematik und Volkswirtschaftslehre. „Ich plante damals, nach dem Studium direkt in die Industrie zu gehen. Dafür fand ich wichtig, auch eine Ahnung von Wirtschaftswissenschaften zu haben“, sagt Schmid.

Schmid und seine Familie haben sich schon gut in Wien eingelebt. „Meine Frau hat unsere neue private Infrastruktur bereits aufgebaut, und unsere Kinder gehen beide schon in den Kindergarten“, sagt er. Zwischen Beruf und Familie bleibt Schmid nicht viel Freizeit. „Wir wandern gerne, und wenn mir abends Zeit bleibt, spiele ich auch schon mal Fußball oder Squash.“

Links:
www.ifwt.tuwien.ac.at (Abteilung Mikrosystemtechnik)
www.isas.tuwien.ac.at (Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme)
etit.tuwien.ac.at (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik)
www.lmm.uni-saarland.de