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TU Wien Chor gewinnt Online-Chorwettbewerb

Nicht nur musikalisch sondern auch videotechnisch überzeugte der TU Wien Chor und gewann einen internationalen Wettbewerb – mit einem "Deepfake-Video".

Screenshot aus dem Siegervideo des TU Chors

© TU Wien Chor

Von der Pandemie ließ sich der TU Wien Chor, opens an external URL in a new window nicht vom Singen abhalten. Mit einigem technischen Aufwand gelang es, den ganzen Frühling hindurch weiter zu proben – und sogar das traditionelle Frühlingskonzert fand als "Wohnzimmerkonzert" am 2. Juli statt. Die Chormitglieder nahmen ihre Stimmen getrennt voneinander zu Hause auf, dann wurden sie digital zu einem virtuellen Chor zusammengefügt und auf YouTube präsentiert.

Mit einem seiner Musikvideos konnte der TU Wien Chor nun einen großen internationalen Chorwettbewerb gewinnen: Beim INTERKULTUR Video Award, opens an external URL in a new window wurden insgesamt 128 virtuelle Chorvideos aus der ganzen Welt eingereicht. Eine Fachjury wählte in drei Kategorien jeweils einen Sieger aus – und der Chor der TU Wien konnte sich in der Kategorie "Chöre A Capella" durchsetzen.

“Ich war beeindruckt und überrascht von der hohen Qualität und Kreativität, die die Chöre in ihren Einsendungen vorgelegt haben. Man sieht in vielen Beiträgen, dass sie all ihr Herzblut in die Produktion ihres virtuellen Chorvideos gelegt haben und damit ein hervorragendes Ergebnis erzielen konnten“, sagt Jurymitglied Prof. Dr. Ralf Eisenbeiß.

Deepfake bringt Bewegung ins Foto

Für das Video von "Some Nights" (Nate Ruess, arr. Andy Black) ließ sich der TU Wien Chor etwas Besonderes einfallen: Um ein lebendiges, bewegtes Chorvideo zu erhalten, griff man auf "Deepfake"-Technologie zurück. Gewöhnliche unbewegte Fotos wurden verwendet, um daraus bewegte Gesichter zu erstellen – mit Lippenbewegungen, die perfekt zum Gesang passen. Eine Person wird beim Singen gefilmt, und die Gesichts- und Mundbewegungen werden digital auf die unbewegten Fotos übertragen. Sogar Zeichnungen oder Stofftiere kann man damit virtuell zum Singen bringen, wie das Video beweist.

"Für uns als Chor der TU Wien ist es natürlich besonders passend, wenn wir Kunst und Technologie zusammenführen", sagt Chorleiter Andreas Ipp, opens an external URL in a new window. Er selbst verwendet am Institut für Theoretische Physik der TU Wien, opens an external URL in a new window maschinelles Lernen, um die Geheimnisse des Quark-Gluon-Plasmas zu entschlüsseln – dabei handelt es sich um einen exotischen Materiezustand, der kurz nach dem Urknall das Universum dominierte. "Und maschinelles Lernen steckt auch hinter der Deepfake-Technologie, die wir für unser Video verwendet haben", erklärt Ipp.

    Das Sieger-Video

    Die Preisvergabe