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„Strategiejause“ der Technischen Universität Wien im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach 2009: TU Wien reduziert auf fünf Forschungsschwerpunkte

Im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach 2009 präsentiert die Technische Universität (TU) Wien richtungsweisende Entwicklungen für die Zukunft. Der neuer Strategieplan dient dazu, TU Wien als "führende Forschungs-Universität" zu positionieren.

Vizerektorin für Forschung, Univ.-Prof.Dr. Sabine Seidler

Vizerektorin für Forschung, Univ.-Prof.Dr. Sabine Seidler

Vizerektorin für Forschung, Univ.-Prof.Dr. Sabine Seidler

Eine radikale Verschlankung der Forschungsschwerpunkte von 32 auf nur mehr fünf steht im Mittelpunkt eines neuen Strategieplans, den die Technische Universität (TU) Wien Mittwochabend bei einem Pressegespräch im Anschluss an das Universitätenforum beim Europäischen Forum Alpbach vorgestellt hat. Damit will sich die TU künftig als "führende Forschungs-Universität" positionieren, erklärte Sabine Seidler, Vizerektorin für Forschung.

Forschungsprofil

Die thematischen Schwerpunkte des neuen Entwicklungsplans sind:

  • "Computational Science and Engineering"
  • "Quantum Physics and Quantum Technologies"
  • "Materials and Matter"
  • "Information and Communication Technology"
  • "Energy and Environment".

Dieser Neuausrichtung sei laut Seidler ein "eineinhalbjähriger Diskussionsprozess" quer durch die Fakultäten und TU-Mitarbeiter vorausgegangen.

Diese Schwerpunkte bauen auf den vorhandenen Stärken der TU Wien auf. Zurzeit werden von interdisziplinär zusammengesetzten Teams Konzepte für die Schwerpunkte erarbeitet. Zur Förderung sind im Entwicklungsplan 2010+ umfangreiche Förderprogramme vorgesehen. Bis zum Jahr 2013 werden 39 von 46 zu besetzenden Professuren in den Schwerpunkten arbeiten. Mit diesem einzigartigen Profil will sich die TU Wien als attraktiver Kooperationspartner für Unternehmen und Universitäten – national und international – nachhaltig positionieren.

Stakeholdermanagement

Die Systemtheorie besagt, dass gesellschaftliche Subsysteme Inputs nach den jeweils eigenen Regeln verarbeiten. Dem trägt die TU Wien insofern Rechnung, als die Schnittstellen zu den relevanten Stakeholdergruppen (Wirtschaft, Politik, Medien usw.) optimiert werden.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Etablierung des „Servicecenter TUalumni“. Hier werden alle bisherigen Aktivitäten für die AbsolventInnen der TU Wien gebündelt und attraktive Angebote zur Verfügung gestellt. Getragen ist dies von der Überzeugung, dass AbsolventInnen in mehrerlei Hinsicht eine Schlüssel-Dialoggruppe für die TU Wien sind: als Arbeitgeber für nachfolgende Generationen an AbsolventInnen, als potentielle Projektpartner, als Kundschaft für Weiterbildungsangebote und – last but not least – als „BotschafterInnen“ für die eigene Alma Mater. (http://alumni.tuwien.ac.at/)

Professuren

Zum Tragen kommen werde die Strategie vor allem bei den 45 bis 2013 neu zu vergebenden Professuren, von denen 39 in den neuen Schwerpunkten angesiedelt sein sollen. Entsprechende Konzepte für die fünf Gebiete sollen im Herbst erarbeitet werden. Aufbauen wolle man auf vorhandenen Stärkefeldern und dabei "Bereiche mit hohem ökonomischem Potenzial entwicklen", so Seidler. Die Motivation der Forscher soll im Rahmen des Entwicklungsplans mit umfangreichen internen Förderprogrammen angekurbelt werden.

"Österreich ist kein technikfreundliches Land", findet TU-Vizerektor Paul Jankowitsch. Dem will man unter anderem mit der Gründung eines "Servicecenter TUalumni" entgegenwirken - eine Art "Dialog-Gruppe", die als Schnittstelle zu relevanten Stakeholdergruppen aus Wirtschaft, Politik und Medien fungieren soll.

Rankings

Ein wesentlicher Eckpfeiler der neuen Strategie soll auch eine "erhöhte internationale Sichtbarkeit" werden, so Seidler. Damit wird wohl auch das für die TU Wien leidige Thema der internationalen Uni-Rankings - im Vorjahr ist die Hochschule in der "Times"-Wertung nur auf Platz 244 gelandet - wieder aktuell werden, bei dem man sich deutlich verbessern will. "Wir sind nicht gut in Rankings, weil bei uns der Umgang mit diesem Phänomen nicht gut entwickelt ist", so Jankowitsch, der sich wünscht, dass Europa ein Gegenmodell zu lange etablierten amerikanischen oder chinesischen Ranking-Systemen entwickelt.

(Quelle: PR und Kommunikation der TU Wien, APA, 27. August 2009, 13:12)


Weiterführende Informationen:

Entwicklungsplan 2010+: http://www.tuwien.ac.at/berichte/ep2010+

Forschung 2010+: http://www.tuwien.ac.at/forschung/forschungsbroschuere