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Riesenerfolg für TU Wien bei Prototypenförderung

Der Förderpreis PRIZE 2014 wurde vergeben – die TU Wien ist die mit Abstand erfolgreichste Universität in dieser Förderrunde.

Eine neue technologische Idee alleine ist oft nicht einfach zu verkaufen. Viel besser klappt das, wenn man bereits einen fertigen Prototyp herzeigen kann – doch dafür braucht man Geld. Das Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium vergab daher den „PRIZE 2014“, eine Prototypen-Förderung, mit der die Verbindung von akademischer Forschung und Wirtschaft weiter verbessert werden soll. Eine internationale Fachjury hat dreizehn erfolgversprechende Projekte ausgewählt – sechs davon sind an der TU Wien angesiedelt, bei einem weiteren ist die TU Wien als Partner mitbeteiligt. "Die hohe Qualität und Relevanz der Projekte bestätigt, wie wichtig die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die wirtschaftliche Praxis ist“, sagt Bundesminister Reinhold Mitterlehner.

Doppelwände aus Beton
Mit fünf bis sieben Zentimeter dicken Platten werden heute Doppelbetonwände errichtet. Man stellt die Platten auf und füllt dann den Zwischenraum mit Füllbeton. Dadurch entsteht eine Wand, die genauso stabil ist wie eine monolithisch hergestellte Stahlbetonwand, die Herstellung ist aber viel einfacher. Prof. Johann Kollegger und Philipp Preinstorfer (Institut für Tragkonstruktionen) entwickeln eine Methode, durch die Verwendung von hochfesten und ultrahochfesten Betonsorten mit deutlich dünneren Platten auszukommen. So sollen sogar Einsatzgebiete für Betonbau erschlossen werden, die bisher dem Stahlbau vorbehalten werden.

Waste To Value

Kohlenstoffhaltiger Abfall fällt in vielen Industriebereichen an. Oft wird er einfach entsorgt, doch es gibt auch Möglichkeiten, ihn zu nutzen. Durch den Zusatz von Salz können Abwasserströme nutzbar gemacht und mit Hilfe von Mikroorganismen in wertvolle Stoffe umgewandelt werden. Prof. Christoph Herwig (Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften) entwickelt Methoden und skalierbare Prozesse, um salztolerante Mikroorganismen zu kultivieren und aus Industrieabwässern hoch-wertgeschöpfte Produkte zu gewinnen.

Hardware-Trojaner
Elektronik wird heute fast überall eingesetzt, speziell im "Internet of Things" werden Geräte in Zukunft auch stark miteinander vernetzt sein. Dies ist sowohl in der industriellen Produktion, als auch im Alltag zu Hause ein sehr wahrscheinliches Szenario. Es ist daher wichtig, dass wir uns vor böswillig eingebauten Hardware-Trojanern schützen. Das Projektteam von Christian Krieg (Institut für Computertechnik) entwickelt Methoden, mit denen die Strukturen eines Schaltungsentwurfs automatisch nach potentiellen Hardware-Trojanern durchsucht werden können.

Spielfreies Getriebe für hohe Genauigkeit und Effizienz

Für manche Anwendungen braucht man Getriebe, die ganz besonders hohe Anforderungen erfüllen – etwa für die Steuerung von Messrobotergelenken oder Exoskeletten. Präzise Bewegungen und Richtungsänderungen sollen spielfrei möglich sein. Dafür können Spezialgetriebe wie z.B. Harmonic-drive mit elastischen Teilen verwendet werden, die sich ständig verformen. Das internationale Team von Prof. Numan M. Durakbasa (Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik) entwickelt ein neues Arbeitskonzept solcher Ansätze, aufgebaut auf GPS-System (Geometrische Produktspezifikation- und Verifikation), und will mit Hilfe der Prototypenförderungen zeigen, dass sein System zuverlässig und abnutzungsarm funktioniert.

Zerspanung mit schwingender Frässpindel
Die Zerspanung ist die am weitesten verbreitete Bearbeitungsmethode in der Fertigungstechnik: Ein Werkzeug trägt Späne von einem Werkstück ab und bringt es nach und nach in die richtige Form. Es zeigt sich, dass das Ergebnis deutlich verbessert werden kann, wenn man den Werkzeugträger (in vielen Fällen ist dies die Spindel) dabei auf die passende Weise in Schwingung versetzt. Prof. Friedrich Bleicher wird neue Konzepte für die schwingungsunterstützte Bearbeitung von Werkstücken mit Fräsern und Bohrern weiterentwickeln.

Blutgefäße aus fein gesponnenen Polymeren

Wenn man ein Blutgefäß im Körper ersetzen möchte, braucht man bioverträgliche Materialien. Im Lauf der Zeit sollen sich künstliche Blutgefäße abbauen und von körpereigenem Material ersetzt werden. Prof. Robert Liska vom Institut für Angewandte Synthesechemie entwickelt Elastomere, die zu feinen Fäden gesponnen und dann zu einer stabilen aber äußerst leichtgewichtigen Röhre aufgewickelt werden können. Getestet werden die neuen Materialien in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Wien.

Das Projekt „Prototypen eines neuartigen Herzklappenimplantats, das mit einer minimalinvasiven Operationsmethode kombiniert wird“ ist an der Medizinische Universität Wien angesiedelt – auch hier ist die TU Wien beteiligt.

Für die TU-interne Unterstützung bei der Projekteinreichung war die Abteilung Forschungs- und Transfersupport zuständig.