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PRIZE 2009: TU Wien punktet „mit einem Herz für Schnee“

Forscher der TU Wien gewinnen 2 Auszeichnungen beim PRIZE – Prototypenwettbewerb.

Bild oben, vlnr: GF DI Bernhard Sagmeister (aws), DI Dr. Meinhard Breiling, DI Michael Bacher, Christine Marek (Staatssekretärin BMWFJ); Bild unten, vlnr: GF DI Bernhard Sagmeister (aws), DI Dr. Michael Schnürch, Prof. Dr. Marko Mihovilovic, Christine Marek (Staatssekretärin BMWFJ) (Copyright APA-OTS, Ian Ehm)

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Bild oben, vlnr: GF DI Bernhard Sagmeister (aws), DI Dr. Meinhard Breiling, DI Michael Bacher, Christine Marek (Staatssekretärin BMWFJ); Bild unten, vlnr: GF DI Bernhard Sagmeister (aws), DI Dr. Michael Schnürch, Prof. Dr. Marko Mihovilovic,...

Bild oben, vlnr: GF DI Bernhard Sagmeister (aws), DI Dr. Meinhard Breiling, DI Michael Bacher, Christine Marek (Staatssekretärin BMWFJ); Bild unten, vlnr: GF DI Bernhard Sagmeister (aws), DI Dr. Michael Schnürch, Prof. Dr. Marko Mihovilovic, Christine Marek (Staatssekretärin BMWFJ) (Copyright APA-OTS, Ian Ehm)

Im Rahmen der PRIZE 2009 - Verleihung wurden von allen österreichischen Universitäten 7 Forscherteams ausgezeichnet, 2 davon gingen an Projekte mit maßgeblicher Beteiligung der Technischen Universität Wien. Forscher des Instituts für angewandte Synthesechemie konnten mit der Gewinnung von körpereigenen Herzmuskelzellen aus Muskelgewebe ebenso überzeugen wie die Kollegen vom Institut für Städtebau, Landschaftsplanung und Entwerfen mit einer Technologie, die naturähnlichen Schnee produziert.

Körpereigene Herzmuskelzellen zur Stabilisierung bei Herzkrankheiten


Wissenschafter des Instituts für Synthesechemie, Fachbereich organische Chemie, beschäftigen sich schon seit langem mit der Differenzierung von Zellen. Dieser Prozess ist von größter Wichtigkeit in jedem Organismus, da sich ausgehend von einigen wenigen Zellen, so genannten Stammzellen, Lebewesen mit einer Vielzahl von hoch spezialisierten Zelltypen entwickeln. Im erwachsenen Organismus fehlen jedoch solche Stammzellen und die Regeneration von bestimmten Gewebetypen ist limitiert. Vor allem das Herz zeigt eine äußerst geringe Regenerationsfähigkeit, verdeutlicht Prof. Dr. Marko Mihovilovic die Relevanz seiner Forschung. Schädigungen des Herzgewebes, z.B. nach Herzinfarkten, und ein damit einhergehender teilweiser Verlust der Herzleistungsfähigkeit sind bekanntlich ein weitverbreitetes medizinisches Problem.

Durch die Entwicklung einer Differenzierung von Stammzellen zu Herzmuskelzellen mit induzierenden Wirkstoffen (Cardiogenese) könnte hier Abhilfe geschaffen werden. Gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien wurde die Erfindung zum Patent angemeldet. Das langfristige Ziel dieses Projektes ist es, durch die Behandlung von leicht zugänglichen Körperzellen (z.B. Muskelzellen) mit einem cardiogenen Wirkstoff, eine Umwandlung (Transdifferenzierung) dieser Zellen in Herzmuskelzellen zu erreichen, und zwar durch Behandlung mit relativ kleinen organischen Wirkstoffmolekülen (so genannten synthetic small molecules). Ein großer Vorteil der Methode ist, dass körpereigene Zellen zur Behandlung verwendet werden können und dadurch nicht mit Abstoßungsreaktionen (wie etwa bei Organtransplantationen) zu rechnen ist.

Durch den PRIZE- Fördervertrag steht nun ein Projektfördervolumen von  EUR 89.974,- zur Weiterentwicklung zur Verfügung. Das Wissenschaftlerteam an der TU Wien - Marko Mihovilovic, Michael Schnürch und Moumita Koley - beabsichtigen in der Projektlaufzeit die Herstellung von 3 Wirkstoffen, die die Wirkungsweise nicht nur an der Mauszelle, sondern auch an humanen Herzzellen zeigen können.

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Kunstschnee wie aus den Wolken

In einen völligen anderen Bereich fällt die zweite ausgezeichnete Erfindung. Der „Dendrite Generator“ ist ein energieeffizienter Schneeerzeuger, der naturähnlichen Schnee als Endprodukt liefert und somit auch ökologischen Anforderungen entspricht. Diese Erfindung wurde gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zum Patent angemeldet.

Bei dieser Art der Schneeerzeugung werden echte Schneekristalle hergestellt, wie sie auch in natürlichen Wolken entstehen. Im Gegensatz dazu sind bestehende Technologien zur künstlichen Erzeugung von Schnee durch einen hohen Energie- und Wasserverbrauch gekennzeichnet. Aufgrund der Konsistenz von bisher produziertem Kunstschnee (gefrorene Wassertropfen) können ökologische Nachteile für Flora und Fauna auf Skipisten entstehen. Einzigartiges Merkmal des neuen Dendrite Generators ist nicht nur die Erzeugung von naturidentem Schnee (d.h. echte Schneekristalle mit hoher Porosität, geringer Dichte), sondern auch der geringe Wasser- und Energiebedarf bei der Erzeugung. Weiters wird durch den Verzicht auf leistungsstarke Ventilatoren ein nahezu geräuschloser Betrieb ermöglicht.

Mit Hilfe der Prototypenförderung PRIZE 2009 in der Höhe von EUR 114.084,- kann nun der nächste Schritt in Richtung eines marktorientierten Produktes geschehen. Das Team rund um den TU Wien - Wissenschaftler Dr. Meinhard Breiling arbeitet mit Hochdruck am Bau eines Prototyps und ist zuversichtlich, am Ende dieses einjährigen Projektes die richtigen Parameter für eine Großanlage definieren zu können. Ziel ist es, eine „Revolution“ in der Beschneiungstechnik einzuleiten.

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Hintergrundinformation zu PRIZE

PRIZE wurde im Rahmen des Programms uni:invent, das als Impulsprogramm für die österreichischen Universitäten zur Unterstützung bei der Bewertung, Patentierung und Verwertung von Erfindungen diente, ins Leben gerufen, um durch die Weiterentwicklung von Erfindungen erfolgreicher am Markt agieren zu können.
Als inhaltliche Weiterentwicklung des uni:invent-Programms sollen deshalb herausragende neue und patentfähige Konzepte im Rahmen eines Wettbewerbs von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt, ausgezeichnet und in Folge bei der Erarbeitung von Prototypen (Proof of Concept) finanziell unterstützt werden. Pro Siegerprojekt werden Preisgelder bis zu maximal EUR 150.000,- vergeben, die vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend im Rahmen des uni:invent Programms für diesen Wettbewerb zur Verfügung gestellt werden.
Eine Präsentation und Auszeichnung der Siegerprojekte erfolgt einmal pro Jahr.
Mit der Abwicklung des Wettbewerbs wurde die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) beauftragt.