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Praxis statt Elfenbeinturm

Wie anwendungsorientiert Forschung sein kann, zeigte sich bei der Vergabe der INiTS-Awards. Gleich fünf Preise für innovative wissenschaftliche Arbeiten gingen an die TU Wien.

Die INiTS-Trophäe 2011. (c) INiTS / Martina Draper

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Die INiTS-Trophäe 2011. (c) INiTS / Martina Draper

Die INiTS-Trophäe 2011. (c) INiTS / Martina Draper

Die INiTS-Trophäe 2011. (c) INiTS / Martina Draper

Die diesjährigen PreisträgerInnen. (c) INiTS / Martina Draper

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Die diesjährigen PreisträgerInnen. (c) INiTS / Martina Draper

Die diesjährigen PreisträgerInnen. (c) INiTS / Martina Draper

Die diesjährigen PreisträgerInnen. (c) INiTS / Martina Draper

Wissenschaftliche Erkenntnis ist immer wertvoll. Besonders schön ist es, wenn die Forschungsergebnisse nicht nur spannend, sondern auch technologisch nutzbar sind. Immer wieder gibt es Diplomarbeiten oder Dissertationen, deren Ergebnisse sich direkt wirtschaftlich verwerten lassen. INiTS berät daher Jungunternehmen mit innovativen Ideen und unterstützt UniversitätsabsolventInnen, die ihre technologischen Innovationen und Geschäftsideen wirtschaftlich umsetzen wollen. Am 20. Oktober wurden an der TU Wien die INiTS Awards 2011 vergeben – und von den neun Auszeichnungen gingen fünf an Absolventen der TU Wien. Sie wurden in den Kategorien „Informations- und Kommunikationstechnologie“, „Life Science“ und „Allgemeine Technologien“ vergeben.

Die TU Wien gratuliert herzlich und wünscht weiterhin viel Erfolg!

Positionsbestimmung mit Ultraschall
1. Platz – Informations- und Kommunikationstechnologie

Wenn sich Fledermäuse mit Ultraschall orientieren – warum sollten das dann Industrieroboter nicht auch können? Dem Elektrotechniker Georg Kaniak gelang es, die Entfernungsmessung und Positionsbestimmung durch Ultraschall entscheidend zu verbessern. Bisherige Geräte konnten Entfernungen auf Millimeter oder Zentimeter genau messen – durch Georg Kaniaks Weiterentwicklungen ist nun eine Genauigkeit im Mikrometerbereich möglich. Außerdem haben die neuen Ultraschall-Sensoren nun einen deutlich größeren Detektionsbereich: Während andere Geräte nur Objekte wahrnehmen, die sich innerhalb eines schmalen Öffnungswinkels vor dem Sensor befinden, lässt sich nun der gesamte Halbraum vor dem Sensor untersuchen. Ultraschall-Positionsbestimmung eignet sich besonders gut für schwierige Bedingungen in der Industrie, wenn optische Geräte aufgrund von Staub, Rauch oder Nebel versagen.

Keramik aus dem 3D-Drucker
1. Platz – Allgemeine Technologien

Zahntechnik aus dem 3D-Drucker – das könnte durch die Entwicklung von Johannes Patzer bald Wirklichkeit werden. Er entwickelte ein Fertigungsverfahren, mit dem sich keramische Bauteile mit höchster Präzision und Festigkeit herstellen lassen. Hochkomplizierte geometrische Formen können am Computer entwickelt werden, Schicht für Schicht entsteht nach diesen Plänen dann das Keramik-Objekt. Diese Technik ist überall dort sinnvoll, wo man nicht Massenproduktion benötigt, sondern kleine Stückzahlen von präzise passenden Keramik-Bauteilen – etwa in der Produktion von Prototypen, oder in der Zahntechnik.

Lichtwellen am Computer simuliert
2. Platz – Informations- und Kommunikationstechnologie

Wenn man das Verhalten von Licht in komplizierten Wellenleitern und optischen Bauteilen berechnen will, kommt man mit Papier und Bleistift nicht weit. Hier sind aufwändige Computersimulationen unverzichtbar. Jörg Reitterer arbeitete am Softwarepaket „BeamLab“, mit dem sich solche Berechnungen einfach und schnell durchführen lassen. Zahlreiche Firmen und Universitäten haben bereits vor der Markteinführung der Software Interesse bekundet – zu ihnen zählen die NASA, verschiedene Hersteller von Lasern und optischen Komponenten, sowie die Universitäten Oxford, Warschau und Brünn.

Sonnenlicht chemisch speichern
3. Platz – Allgemeine Technologien

Es gibt ganz verschiedene Arten, Sonnenenergie zu nutzen. Georg Brunauer arbeitete an einem grundlegend neuen Verfahren, die Energie der Sonne chemisch zu speichern – etwa in Form von Wasserstoff-Molekülen. Es handelt sich dabei um eine „photo-elektrothermochemische Zelle“. Das Besondere daran ist, dass nicht wie bei anderen Verfahren bloß ein Teil der Sonnenstrahlung verwendet werden kann, sondern sowohl der langwellige als auch der kurzwellige Anteil des Lichts auf den chemischen Prozess einwirken.

Medizinische Daten auf einen Blick
3. Platz - Informations- und Kommunikationstechnologie

Den Großteil unserer Information nehmen wir durch unsere Augen wahr. Wir sind ziemlich gut im Aufnehmen von Information, die visuell dargestellt wird. Manfred Westreicher hat sich mit der Frage beschäftigt, wie man die großen Datenmengen anschaulich darstellen kann, die in der Medizin bei der Messung von Muskel- oder Gehirnströmen (EMG und EEG) entstehen. Durch seine Visualisierungen werden die Daten intuitiv erfassbar, PatientInnen und TherapeutInnen erhalten bei Rehabilitation und Diagnostik somit ein klares, leicht verständliches Feedback.