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Hightech auf historischem Fundament – Zentrum für Mikro-und Nanostrukturen (CI)

Anlässlich der Fertigstellung des Zentrums für Mikro- und Nanostrukturen lud der Vizerektor für Digitalisierung und Infrastruktur zu einem exklusiven Blick auf die Historie des Areals und einem gemeinsamen Blick in die Zukunft des ehemaligen Gußhauses:

Plan des Gußhaus-Areals um 1769; Stich von Josef Daniel Huber @ WienMuseum

Das Gußhaus-Areal um 1769; Stich von Josef Daniel Huber @ WienMuseum

Ehemaliger Ofen des Gußhauses im Bereich der Rampe zum "alten" Elektrotechnik Institut

Ehemaliger Ofen des Gußhauses im Bereich der Rampe zum "alten" Elektrotechnik Institut

Historischer Gang und Lüftungsschacht – daneben der neue Kollektorgang

Historischer Gang und Lüftungsschacht – daneben der neue Kollektorgang

Die ehemalige Gußhalle, heute ein Seminarraum

Die ehemalige Gußhalle, heute ein Seminarraum

Nun bieten Schaufenster, ausgewählte Artefakte und Informationstafeln einen interessanten Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des Gußhaus-Areals.

Ursprünglich landwirtschaftlich genutzt, dann Teil des kaiserlichen Lustschlosses "Favorita" wurde ab 1744 die Kanonengießerei aus der Innenstadt hierher verlegt. 1763 erfolgte die Errichtung des "feuerfesten" k. k. Gußhauses: daher der Name "Gußhaus" bzw. das Gußhausviertel. 1851 ordnete der Kaiser die Umwandlung in eine Kunstgießerei an; ab 1869 Wohnhaus und Atelier des bekannten Ringstraßenmalers Hans Makart.

Ab 1900 wurde das Areal zunehmend vom Technischen Polytechnikum, heute die Technische Universität Wien, genutzt und bestand zum Schluss aus einem historischen denkmalgeschützten Kern und mehreren später errichteten Zubauten, in denen in den letzten Jahrzehnten die Technische Versuchs- und Forschungsanstalt (TVFA) einen Teil ihrer Werkstätten hatte.

Im Zuge der Errichtung des neuen Institutsgebäudes am Campus Gußhaus wurden 2016–2018 diese Zubauten abgebrochen. Der historische Kern wurde, soweit dies möglich war, aufwendig saniert und in den Neubau des neuen Laborgebäudes integriert. Speziell mit den noch ursprünglich erhaltenen Bereichen des Kuppelraums aus dem 18. Jahrhundert (Gewölberaum – Gußhalle), Teilen der südlichen Hauswand und des Schacht- und Belüftungssystems im Keller bilden diese historischen Räume, Elemente und Motive einen spannenden Kontrast zu den direkt angrenzenden hochtechnisierten Labor- und Reinräumen.

Parallel dazu wurde das gesamte Areal vom Bundesdenkmalamtes (BDA) und der Wiener Stadtarchäologie umfassend archäologisch befundet und die historische Substanz dokumentiert. So wurden im Bereich der Rampe zum "alten Elektroinstitut" weitere archäologische Funde, insbesondere einer der ehemaligen Brennöfen, freigelegt.

Das neue Zentrum für Mikro- und Nanostrukturen mit seinen sechs Reinräumen inkl. hochmoderner Haustechnik bietet nun die Möglichkeit für fakultätsübergreifende Spitzenforschung auf Weltniveau. Geforscht wird an eigenen Projekten von der Grundlage bis zur Anwendung.

Alle Fotos: © TU Wien / Matthias Heisler & mba