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Fukushima: Keine Gefahr für Österreich

Am Atominstitut wird mit hochpräzisen Messmethoden Luft und Wasser auf radioaktive Teilchen aus Fukushima untersucht. Wie erwartet weisen die gemessenen Werte auf keinerlei Gesundheitsbedrohung hin.

Radioaktive Teilchen in geringsten Konzentrationen festzustellen ist nicht einfach.

Radioaktive Teilchen in geringsten Konzentrationen festzustellen ist nicht einfach.

Radioaktive Partikel lassen sich selbst in winzig kleinen Dosen nachweisen. Am Atominstitut der TU Wien wurde daher untersucht, welche radioaktiven Teilchen aus dem schwer beschädigten Kernkraftwerk in Fukushima in Österreich messbar sind. Die Strahlung der Teilchen aus Fukushima ist deutlich geringer als die natürlich auftretende Strahlung, die in jeder Luft- oder Wasserprobe zu finden ist. „Eine Gefährdung Österreichs durch die aus den Messungen abzuleitende Strahlenbelastung ist auszuschließen“, betont Georg Steinhauser, der die Studie gemeinsam mit seinem Kollegen Dieter Hainz durchgeführt hat.

Radioaktives Iod nachweisbar

Für die Untersuchungen wurden große Mengen Luft durch einen Filter gesogen, an dem sich die (möglicherweise radioaktiven) festen Inhaltsstoffe abscheiden und gemessen werden können. Außerdem wurde Regenwasser gesammelt und analysiert. Nachweisen konnte man auf diese Weise das radioaktive Isotop Iod-131 (mit einer Halbwertszeit von 8 Tagen). Andere radioaktive Substanzen konnten nicht zuverlässig nachgewiesen werden. „Bei einem längeren Messzeitraum könnten auch Spuren von Cäsium feststellbar sein“, vermutet Georg Steinhauser.
Die gemessenen Aktivitätskonzentrationen liegen an der Grenze der Nachweisbarkeit. Damit lässt sich wie erwartet die Diagnose stellen: Für Österreichs Bevölkerung, Flora und Fauna besteht aufgrund der geringen Aktivitätskonzentrationen der gemessenen Radionuklide keine Gefährdung.


Ergebnisse:
Bislang konnte nur Iod-131 (Halbwertszeit 8,0 Tage) nachgewiesen und quantifiziert werden. Die gemessenen Aktivitätskonzentrationen sind in der folgenden Zusammenfassung dargestellt.

LUFT (1020 Wien):
23.3.2011: 0,08 mBq/m³  Iod-131 (Messunsicherheit -0,08/+0,13 mBq/m³ bei 95% Konfidenzintervall)
24.3.2011: 0,45 mBq/m³  Iod-131 (± 0,09 mBq/m³)
Zeitraum 25.-27.3.2011 im Mittel 0,13 mBq/m³  Iod-131 (± 0,13 mBq/m³)

Die gemessenen Aktivitätskonzentrationen der üblichen natürlichen Radionuklide liegen durchwegs über diesen Werten.

REGENWASSER
(1020 Wien):
Zeitraum: 27.3.2011 (ab 21:30) - 28.3.2011 (bis 12:00) 0,29 Bq/L Iod-131 (±0,06 Bq/L)