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Ein Lebenswerk für den Schimmelpilz

Internationale Auszeichnung für den Biotechnologen Christian P. Kubicek

Prof. Christian P. Kubicek

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Prof. Christian P. Kubicek

Prof. Christian P. Kubicek

Prof. Christian P. Kubicek

Trichoderma Reesei - ein Schimmelpilz mit Talenten

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Trichoderma Reesei - ein Schimmelpilz mit Talenten

Trichoderma Reesei - ein Schimmelpilz mit Talenten

Trichoderma Reesei - ein Schimmelpilz mit Talenten

Im Alltag gehören sie nicht unbedingt zu den populärsten Lebewesen – aber für die Genetik sind sie hochinteressant: Schimmelpilze stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen von Professor Christian P. Kubicek (Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften). Für seine jahrzehntelange Forschungsarbeit wurde er nun auf einer großen internationalen Konferenz über Pilz-Genetik ausgezeichnet. Die Genetik von Schimmelpilzen ist nicht nur von großem akademischen Interesse, auch die Industrie setzt Pilze heute als „natürliche Chemiefabriken“ ein.

Seit dem Jahr 2000 wird jährlich bei der „European Conference on Fungal Genetics“ im Rahmen eines der Symposien eine international besonders renommierte Forschungspersönlichkeit für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit der Abhaltung der „Pontecorvo Lecture“ verbunden – und diese Ehre wurde heuer dem TU-Forscher Prof. Christian P. Kubicek zuteil.

Biotreibstoff durch maßgeschneiderte Pilze
Bisher wurden in diesem Rahmen hauptsächlich Leistungen in der theoretischen Forschung ausgezeichnet. Christian P. Kubicek ist erst der zweite Preisträger, der aus der angewandten Forschung kommt. Internationalen Ruhm erntete Kubicek durch seine Forschungen am Schimmelpilz Trichoderma reesei, der die Fähigkeit besitzt, die in Holz enthaltene Zellulose besonders effizient abzubauen. T. reesei produziert Enzyme, die industriell in der Papier- und Textilindustrie verwendet werden, und darüber hinaus auch zur Herstellung von Bioethanol und anderen Wertstoffen genutzt werden können. Je besser man die Genetik solcher Pilze versteht, umso vielfältiger werden die Möglichkeiten, neue Pilz-Stämme herzustellen, deren Eigenschaften optimal zu den Anforderungen der Industrie passen.

TU Wien in Pilz-Genetik-Forschung ganz vorne
Die Auszeichnung offenbart nicht nur eine große internationale Wertschätzung der Forschungsarbeit von Christian P. Kubicek und seinem Team, sie zeigt auch, dass das Forschungsgebiet rund um die Trichoderma-Pilze von der wissenschaftlichen Community als wichtig und zukunftsweisend eingestuft wird. Die TU Wien gehört zu den führenden Forschungseinrichtungen in diesem Bereich. Vor verstärkter Konkurrenz hat Christian P. Kubicek sicher keine Angst: „Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Forschungsgruppen an diesen Pilzen forschen würden, sowohl in der Industrie als auch an Universitäten“, meint er. „Je breiter die weltweiten Forschungsaktivitäten in diesem Bereich sind, umso stärker werden auch wir an der TU Wien von internationaler Zusammenarbeit profitieren können.“