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Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst für Gottfried Magerl

Dem Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Prof. Gottfried Magerl wurde das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.

Prof. Gottfried Magerl erhält das Ehrenkreuz von Sektionschef Elmar Pichl. (Foto: BMWF/Haslinger)

Prof. Gottfried Magerl erhält das Ehrenkreuz von Sektionschef Elmar Pichl. (Foto: BMWF/Haslinger)

Prof. Gottfried Magerl erhält das Ehrenkreuz von Sektionschef Elmar Pichl. (Foto: BMWF/Haslinger)

Prof. Gottfried Magerl erhält das Ehrenkreuz von Sektionschef Elmar Pichl. (Foto: BMWF/Haslinger)

Er ist nicht nur ein außergewöhnlich vielseitiger Wissenschaftler, er versteht es auch ganz besonders gut, akademische Forschung und industrielle Anwendung zu verknüpfen. Prof. Gottfried Magerl, seit 2010 Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, wurde am 23. Oktober 2013 mit einem prestigeträchtigen Preis ausgezeichnet – dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse.

Große Erfolge mit kleinen Wellenlängen
In seiner Forschungsarbeit beschäftigt sich Gottfried Magerl mit Hochfrequenztechnik. Das ist jener Bereich der Elektrotechnik, in dem man es mit so kurzen Wellenlängen zu tun hat, dass sie nicht mehr als lang verglichen mit den Abmessungen der elektronischen Bauteile angenommen werden können. Schon seine Diplomarbeit schrieb Gottfried Magerl am damaligen Institut für Hochfrequenztechnik der TU Wien. „Man konnte damals bereits sehen: Wenn er etwas angefangen hat, dann hat er es zur Spitze gebracht“, erzählt Prof. Ernst Bonek, Magerls Diplomarbeitsbetreuer. Auch seine Dissertation über Mikrowellentechnik schloss Magerl 1975 an der TU Wien ab.

Ein wichtiger Durchbruch gelang Gottfried Magerl mit der Entwicklung eines Infrarot-Spektrometers, mit dem man Moleküle mit ultrahoher Auflösung untersuchen kann. Dieser Erfolg brachte ihm hohes internationales Ansehen ein, er wurde zu Gastprofessuren in die USA eingeladen. 1981 bis 1982 arbeitete Magerl an der University of Chicago. Dort war er – was für einen Elektrotechniker sicher ungewöhnlich ist – am Department für Chemie beschäftigt, er arbeitete damals an der Mikrowellenmodulation von Kohlendioxidlasern. Weitere Forschungsaufenthalte in Chicago und an der Michigan State University folgten.

Im Jahr 1990 wurde Gottfried Magerl zum Außerordentlichen Universitätsprofessor am Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenztechnik der TU Wien ernannt, seit 1998 ist er Ordentlicher Universitätsprofessor für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik.

Handys, Weltraum, Straßenmaut
Wie vielseitig einsetzbar Magerls Forschung ist, zeigt sich in der bunten Vielfalt von Kooperationspartnern, mit denen er im Lauf seiner Karriere zu tun hatte: Er arbeitete an Straßenmautsystemen, die mit Mikrowellen-Radar funktionieren – für die Firma Kapsch, die heute das österreichische Mautsystem international anbieten kann, war das ein äußerst wichtiger Forschungsbeitrag. Auch mit der europäischen Weltraumbehörde ESA und mit High-Tech Unternehmen aus der Metallindustrie arbeitete Magerl sehr erfolgreich zusammen.

1998 wurde das Forschungszentrum Telekommunikation Wien (FTW) ins Leben gerufen, ein Zusammenschluss von akademischer Forschung und 15 Telekommunikationsunternehmen, gefördert im Rahmen des Kplus-Programmes des österreichischen Infrastrukturministeriums. Gottfried Magerl gehörte zu den Gründungsvätern dieses Projektes.

Seit den Neunzigerjahren beschäftigt sich Gottfried Magerl intensiv mit Leistungsverstärkern für den Mobilfunk. Damals hinkte die europäische Forschung in diesem Bereich der US-amerikanischen Konkurrenz spürbar hinterher. Das lag nicht an fehlender Kompetenz, sondern an mangelnder Vernetzung. Magerl ergriff daher die Initiative, ein europäisches Network of Excellence für das Forschungsfeld der Hochfrequenzverstärker für die Mobilkommunikation zu schaffen. Das führte schließlich 2004 im 6. EU-Rahmenprogramm zur Einrichtung des Projektes TARGET (Top Amplifier Research Groups in a European Team), das bald exzellente Ergebnisse hervorbrachte. Erstmals wurde der gesamte Bereich von der Halbleiter-Materialwissenschaft über die theoretische Modellierung bis hin zur Erzeugung von Endgeräten im Verstärkerbau gemeinsam interdisziplinär betrachtet.

Von 1993 bis 2000 war Gottfried Magerl Generalsekretär der Österreichischen Forschungsgemeinschaft. Im Jahr 1997 wurde er von der österreichischen Bundesregierung in die Telekom-Control-Kommission berufen, die oberste Telekom-Regulierungsbehörde in Österreich, wo er zehn Jahre lang tätig war. Seit 2010 ist Gottfried Magerl Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

Das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse gehört zu den höchsten Auszeichnungen der Republik Österreich und wird seit 1955 für herausragende Verdienste im Bereich der Wissenschaft und Kunst vergeben. Am 23. Oktober 2013 erhielt Gottfried Magerl diese Auszeichnung im Rahmen einer Festveranstaltung im Wissenschaftsministerium.