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Computer schreiben Computerprogramme

Der Informatiker Sumit Gulwani vom Microsoft-Forschungszentrum in Redmond kommt an die TU Wien und hält einen Vortrag über Programme, die nun sogar selbst programmieren lernen.

Sumit Gulwani

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Sumit Gulwani

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ARiSE - Austrian Society for Rigorous Systems Engineering

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ARiSE - Austrian Society for Rigorous Systems Engineering

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Computer sind dazu da, um mühselige, langwierige Arbeiten zu übernehmen, die wir Menschen nicht ausführen möchten. Wer jemals selbst Computerprogramme geschrieben hat, weiß: Auch das kann oft mühselig und langwierig sein. Was liegt also näher, als auch die Entwicklung von Software dem Computer zu überlassen? Der Microsoft-Informatiker Sumit Gulwani gilt als international führender Kopf auf dem Gebiet der automatischen Programmsynthese. Am 11. Mai wird er an der TU Wien einen Vortrag über sein Fachgebiet halten.

Sumit Gulwani
Program Synthesis for automating End-user programming and Education
Mittwoch, 11. Mai 2011, 16:00
Festsaal der TU Wien, Karlsplatz 13


Schon seit längerer Zeit gibt es Computerprogramme, die andere Computerprogramme auf Fehler untersuchen – man bezeichnet das als Programmanalyse. „Die Programmsynthese dreht nun den Spieß um, und benützt eine ähnliche Vorgangsweise um neue Programme zu generieren“, erklärt Professor Helmut Veith vom Institut für Informationssysteme. Im Forschungsnetzwerk „ARiSE“, das Helmut Veith mitaufgebaut hat, gehören diese neuen Entwicklungen ebenfalls zu den zentralen Forschungsschwerpunkten.

Der Mensch zeigt vor, der Computer denkt mit
In Tabellenkalkulationen Daten ineinander überzuführen, umzurechnen und in Form zu bringen ist mühsam. Neue, intelligente Algorithmen könnten in Zukunft von sich aus Programme schreiben, die solche Aufgaben für uns erledigen – wenn man ihnen nur zuerst anhand einiger Beispiele zeigt, was man von ihnen will. Schon jetzt gibt es auf diesem Gebiet verblüffend mächtige Programmlösungen, die auf mathematischer Logik und Konzepten aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz beruhen. In Zukunft soll es zum Alltag gehören, dass sich Computer, Handys oder auch Roboter nicht mehr nach starren Bedienschemata steuern lassen, sondern durch flexible Programme, die je nach Bedarf automatisch generiert werden.
Auch im Bereich der Ausbildung sieht Sumit Gulwani Anwendungsmöglichkeiten dieser Ideen: Er entwickelt Software, die in Schulen für Mathematik- und Geometrieunterricht verwendet werden sollen. Automatisch sollen sich diese Programme an die Herangehensweise und den gewählten Lösungsweg der Kinder anpassen und in jeder Situation die optimale Unterstützung bieten.

Kurzbiographie Sumit Gulwani

Sumit Gulwani ist Wissenschaftler in der RiSE-Gruppe bei Microsoft in Redmond. Sein Doktorat in Computerwissenschaft erlangte er 2005 an der Universität Berkeley. Er erhielt den C. V. Ramamoorthy Award und den ACM SIGPLAN Outstanding Doctoral Dissertation Award. Seinen Bachelor of Technology erhielt er 2000 am Indian Institute of Technology (IIT) in Kanpur.


Nähere Informationen:
Prof. Helmut Veith
Institut für Informationssysteme
Technische Universität Wien
Favoritenstraße 9-11, 1040 Wien
T: +43-1-58801-18441
helmut.veith@tuwien.ac.at