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Ausgezeichnete Chemie an der TU Wien

Bei der diesjährigen Preisverleihung der Gesellschaft Österreichischer Chemiker (GOECH) gingen gleich vier Auszeichnungen an die TU Wien.

Oben: Miriam Unterlass, Hannes Mikula; unten: Michael Fink (Foto:Wilke), Julia Weber

Oben: Miriam Unterlass, Hannes Mikula; unten: Michael Fink (Foto:Wilke), Julia Weber

Oben: Miriam Unterlass, Hannes Mikula; unten: Michael Fink (Foto:Wilke), Julia Weber

Miriam Unterlass erhielt den Anton-Paar-Wissenschaftspreis, Hannes Mikula und Michael Fink wurden mit Dissertationspreisen ausgezeichnet, und Julia Weber darf sich über einen Diplomarbeitspreis freuen -  vier von zehn Preisen, die am 6. November 2014 von der Gesellschaft Österreichischer Chemiker vergeben wurden, gingen an die TU Wien.
 
Hochleistungskunststoffe aus dem Druckkochtopf
Der Anton-Paar-Wissenschaftspreis ist, neben dem Habilitationspreis der GÖCH, der wichtigste Preis für Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Chemie in Österreich.  Er wurde an Miriam Unterlass vergeben, die am Institut für Materialchemie eine Arbeitsgruppe leitet und sich mit der Synthese von Polymeren beschäftigt. Inspiriert von der Entstehung kristalliner Materialien, die tief in der Erdkruste unter hohem Druck entstehen, entwickelte sie mit ihrem Team Methoden zur Herstellung von Hochleistungskunststoffen, opens an external URL in a new window. Ihre Forschung wurde bereits mehrfach national und international ausgezeichnet.

Duftende Chemie
Duftstoffe sind sowohl für die Nahrungsmittelindustrie als auch für die Kosmetik unverzichtbar. Michael Fink beschäftigte sich damit, sogenannte Aroma-Lactone, opens an external URL in a new windowherzustellen, opens an external URL in a new window, die beispielsweise nach Mango oder Jasmin duften können. Für seine Dissertation bei Prof. Marko Mihovilovic arbeitete er daran, die Methode der Baeyer-Villiger Monooxygenasen für die Synthese dieser Substanzen nutzbar zu machen. So lassen sich industriell bedeutende Substanzen auf umweltfreundlichere und nachhaltige Weise produzieren. Michael Fink erhielt dafür einen Dissertationspreis.

Schimmelpilze, die sich verstecken
Schimmelpilze sind eine ernste Gesundheitsgefahr. Manche Pflanzen wehren sich bei Schimmelbefall, indem sie die das Schimmelgift chemisch verändern und das Pilzgift mit Hilfe von Zuckerbausteinen verändern. Man spricht dann von „maskierten Schimmelgiften“. Wenn wir diese abgewandelten Schimmelgifte mit der Nahrung aufnehmen, können sie im Körper wieder in die ursprünglichen Schimmelgifte zurückgewandelt werden und damit gefährlich sein, bei gewöhnlichen Schimmelgift-Tests werden sie allerdings nicht erkannt.

Am Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien arbeitet man an der synthetischen Herstellung solcher maskierter Pilzgifte, um damit toxikologische Standards und Messverfahren entwickeln zu können. Julia Weber wurde für ihre Diplomarbeit über Pilzgift-Metaboliten, opens an external URL in a new window ausgezeichnet, Hannes Mikula erhielt einen Preis für seine Dissertation, opens an external URL in a new window. Beide arbeiteten in der Forschungsgruppe von Prof. Johannes Fröhlich. Hannes Mikula konnte seinen Preis nicht persönlich entgegennehmen – er forscht derzeit mit einem Schrödinger-Stipendium an der Harvard Medical School (USA).