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100ste FEMtech-Expertin des Monats: Weltraumarchitektin Sandra Häuplik-Meusburger

Die Wahl von Sandra Häuplik-Meusburger vom Institut für Architektur und Entwerfen erinnert an die erste Frau im Weltraum.

Sandra Häuplik-Meusburger

Sandra Häuplik-Meusburger

Sandra Häuplik-Meusburger

Sandra Häuplik-Meusburger

Mit der Expertin des Monats Juni 2013 zeichnet FEMtech zum hundertsten Mal eine Frau in der Forschung bzw. in einem technologieorientierten Beruf aus. In Erinnerung an die Russin Walentina Tereschkowa, die vor 50 Jahren, am 16. Juni 1963, als erste Frau in den Weltraum flog, bildet das Thema "Weltraum" den Schwerpunkt der jüngsten Auszeichnung. Die Wahl der Jury fiel auf die Weltraumarchitektin Sandra Häuplik-Meusburger vom Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien. Sie ist damit die hundertste Fachfrau, die diese Auszeichnung erhält. Mit FEMtech macht das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) die Leistungen von Frauen in der Forschung und in technologieorientierten Berufen sichtbar und setzt damit einen Beitrag für Chancengleichheit.

Obwohl die Arbeitsfelder von Frauen und Männern im Umwelt-, Technologie- und Forschungsbereich in den letzten Jahren vielfältiger geworden sind und immer mehr junge Frauen Naturwissenschaft und Technik als berufliche Laufbahn wählen, erfolgt eine Gleichstellung nur langsam. Genau da setzt die FEMtech-Expertinnendatenbank an und bietet den Frauen die Möglichkeit, ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Auch die Raumfahrt war zu Beginn eine reine Männerdomäne und Frauen als Pilotinnen ein Ausnahmefall. Erst als verstärkt Wissenschaftlerinnen gesucht wurden, die den Mut hatten, ins "Unbekannte" aufzubrechen, bekamen mehr Frauen die Chance, ins All zu fliegen. Heute ist in etwa jeder zehnte Weltraumbesucher eine Frau.

Weltraumarchitektin Sandra Häuplik-Meusburger 
Sandra Häuplik-Meusburger hat bereits im Zuge ihrer Ausbildung den Schwerpunkt auf Weltraumarchitektur gelegt, wie beispielweise in ihrem Projekt "Moonwalker: The first Lunar Base" oder im Zuge ihrer Doktorarbeit "Architecture for Astronauts, Design-in-Use-Study and comparative Analysis and Evaluation of Human activities in relation to the Architecture of realized extra-terrestrial Habitats". Nach ihrem Studium an der TU Wien und ihrem Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien hat die Weltraumarchitektin an der TU München am Institut für Architektur und Bautechnik promoviert.
Seit 2005 ist die Niederösterreicherin am Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien beschäftigt. In dieser Tätigkeit ist sie unter anderem für die Koordination des Moduls "Emerging Fields in Architecture" verantwortlich, hält die Vorlesungen "Extreme Architecture" und "Logic of Discovery: from fiction to architecture" und koordiniert die Abwicklung und Betreuung von Entwurfsstudios für Bachelor und Masterstudierende zu diesen Themen. Neben ihren Tätigkeiten an der TU Wien arbeitet die Mitbegründerin des Vereins "Liquifer Systems Group" an zahlreichen anderen Projekten wie die Veranstaltung von Workshops für Kinder zu den Themen "Weltraumarchitektur und Wohnen in der Zukunft" im Rahmen der Kinderuni oder die Redaktion der Radiosendung "Wie leben wir in der Zukunft?": Radio Spacecuriosity, Radio Orange. Zuletzt entwarf sie gemeinsam mit TU-Studierenden ein Notfallzelt für AstronautInnen auf kommenden Marsmissionen.

Häuplik-Meusburger ist Assistentin am Institut für Architektur und Entwerfen an der TU Wien und Inhaberin des Architekturbüros space craft in Wien. Für sie sind die Einführung von Quotenregelung, die Gründung von Frauennetzwerken sowie Förderprogramme zur Unterstützung von Frauen in Technologie und Forschung wesentliche Instrumente, um die Gleichstellung von Frauen zu fördern und junge Mädchen zu motivieren, ihre Ziele und Wünsche zu realisieren: "Wir müssen selbstbewusste Frauen und Männer ausbilden, die aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation auf gleicher Augenhöhe miteinander arbeiten können und möchten", so Häuplik-Meusburger. Sie selbst unterstützt im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der TU Wien junge engagierte Frauen bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Projekte und beim Erreichen ihrer Ziele.

Mit der monatlichen Expertinnenwahl stellt das BMVIT seit März 2005 Frauen aus der FEMtech-Expertinnendatenbank vor, die sich erfolgreich im Technologie- und Forschungsbereich etabliert haben. Das ausführliche Porträt der FEMtech-Expertin des Monats sowie weitere Informationen zur FEMtech-Expertinnendatenbank finden Sie auf  www.femtech.at


Bild: © Ernst Kainerstorfer