Die routinemäßige Beurteilung der Anästhesietauglichkeit vor einer Operation erfolgt anhand statischer, subjektiver und/oder anatomischer Daten. Dynamische und objektive Untersuchungen werden aufgrund von Zeit- und Kostenbeschränkungen vor einer Operation nur selten durchgeführt und beschränken sich auf Patienten mit offensichtlichem Risiko.

Es werden eine neuartige Methodik und ein elektromedizinisches Gerät vorgeschlagen, die die dynamisch-funktionelle Anästhesietauglichkeit sowie individuelle Beatmungsparameter vorhersagen.

Die freiwillige Unterbrechung der Atmung (Apnoe) wird hier als leichter Stressor für den Körper genutzt, der zeitabhängige regulatorische Veränderungen in nicht-invasiven physiologischen Biosignalen auslöst (Tauchreflex). Die Ausprägung dieser regulatorischen Vorgänge spiegelt die dynamische Anpassungsfähigkeit des Herz-Kreislauf- und Lungensystems des Patienten wider und wird überwacht, um die Anästhesie individuell anzupassen und individuelle Beatmungsparameter vorzuschlagen. Es wird ein In-silico-/KI-Twin entwickelt, der diese dynamische Physiologie modelliert und über aufgezeichnete nicht-invasive Biosignale kontinuierlich personalisiert wird, um so die Anästhesietauglichkeit in Echtzeit vorherzusagen. Es wird ein Lungenmodell erstellt, um die Beziehungen zwischen individuellen physiologischen Parametern darzustellen.

Zur Validierung dieser neuartigen prädiktiven Technologie werden präklinische Studien durchgeführt.

Hauptbetreuer

Co-Betreuer