Mit dem Forschungsprojekt RCC4ÖAG – Regulatory Criteria Check für öffentliche Auftraggeber startet ein neues Vorhaben, das einen zentralen Hebel der Digitalisierung im Bauwesen adressiert. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Praxis arbeitet die Technische Universität Wien an der Entwicklung einer offenen Methodik zur Überführung von textlichen Vorschriften und Normen in maschinenlesbare, automatisierte openBIM-Prüflogiken.
Ziel des Projekts ist es, eine nachvollziehbare und reproduzierbare Vorgehensweise zu entwickeln, mit der textbasierte Anforderungen systematisch in modellbasierte Logiken überführt werden können. Damit wird eine wesentliche Lücke zwischen bestehenden Regelwerken und deren digitaler Anwendbarkeit geschlossen. Gleichzeitig sollen Fachanwender:innen ohne Programmierkenntnisse in die Lage versetzt werden, entsprechende Logiken selbst zu erstellen und anzupassen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Kombination von Large Language Models (LLMs) mit einem Human-in-the-Loop-Ansatz sowie der Nutzung visueller Modellierungsumgebungen. Dadurch wird eine Brücke zwischen fachlicher Beschreibung und technischer Umsetzung geschaffen. Die entwickelten Ansätze werden im Rahmen einer open source-basierten Systemumgebung prototypisch umgesetzt und validiert, um eine langfristig wartbare, transparente und herstellerunabhängige Nutzung zu ermöglichen.
Das Projekt wird im Rahmen des Programms Collective Research von der FFG Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft unterstützt. Neben der TU Wien sind zahlreiche öffentliche Auftraggeber:innen beteiligt, darunter ÖBB, ASFINAG, Wiener Linien, BIG, Stadt Wien sowie die Bundesländer Niederösterreich und Steiermark. Ergänzt wird das Konsortium durch den Supporting Partner ODE – office for digital engineering, der zusätzliche Anwendungsfälle und Praxisfeedback einbringt.