Mithilfe von einaxialen Druckversuchen wird primär die einaxiale Druckfestigkeit qu bestimmt, die zur Beurteilung der Festigkeit und Tragfähigkeit des Bodens dient. Zudem kann - im quasi elastischen Last-Verformungsbereich - der E-Modul abgeschätzt werden, der zum Beispiel für die Sofortsetzungsberechnung benötigt wird. Weiters kann auch die undrainierte Scherfestigkeit cu anhand der einaxialen Druckfestigkeit abgeschätzt werden. Die Bestimmung der einaxialen Druckfestigkeit erfolgt anhand des eindimensionalen Lastverformungsverhaltens, wobei die Seitenausdehnung unbehindert ist.

Für den einaxialen Druckversuch wird eine Probe entweder ausgestochen oder in einer zylindrischen Form verdichtet. Für den Versuch wird der Probekörper mittig in die Druckpresse gestellt, die Druckplatte an den Probekörper herangefahren und schließlich der Versuch gestartet. Üblicherweise erfolgt die Versuchsdurchführung weggesteuert, sie kann aber auch lastgesteuert durchgeführt werden. Während des Versuchs wird durch die Prüfmaschine die Kraft, die axiale Verformung und die Zeitdauer aufgezeichnet. Ist der Versuch beendet, wird der Probekörper fotografiert oder skizziert, um das Bruchbild (z.B. Sprödbruch, plastischer Bruch, plastisches Fließen) zu dokumentieren. Zuletzt wird der Probekörper aufgeschnitten, um etwaige Unregelmäßigkeiten (Risse, Einschlüsse etc.) zu erkennen. Anhand der Messergebnisse wird die einaxiale Druckfestigkeit berechnet, wobei davon ausgegangen wird, dass der Probekörper sein Volumen während des Versuches nicht ändert [1] [2] [8]

Im Erdbaulabor der TU Wien wird zwischen drei Versuchsvarianten (abhängig von der Probengröße und der aufzubringenden Kraft) unterschieden:

  • Einaxialer Druckversuch in der UL 25 (Probendurchmesser bis 36 mm, < 25 kN Axialkraft)
  • Einaxialer Druckversuch in der UL 60 (Probendurchmesser bis 150 mm, < 63 kN Axialkraft)
  • Einaxialer Druckversuch in der Felspresse (≤ 1500 kN Axialkraft)

 

Test

Bild des Prüfvorgangens bei 25 kN

© TU Wien, Institut für Geotechnik

Test

 Bild des Prüfvorgangens bei 63 kN

© TU Wien, Institut für Geotechnik

Test

Bild des Prüfvorgangens bei 1500 kN

© TU Wien, Institut für Geotechnik