2025: Quartal 4 - Vienna Art Week: Ausstellung Olaf Osten | KI in Bibliotheken | TU Wien Academic Press auf Frankfurter Buchmesse und Buch Wien | EOSC Föderation | BiblioDay und "Österreich liest"

Kunst trifft Technologie in der TU Wien Bibliothek

Die Ausstellung „Weltverständnis?“ von Olaf Osten in der TU Wien Bibliothek bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst und Technologie und ist Teil der Vienna Art Week mit dem Festivalmotto LEARNING SYSTEMS. Mit dem beobachtenden System der Kunst hinterfragt Olaf Osten in seiner Ausstellung unsere nur bedingt kontrollierbaren technologischen Errungenschaften und erinnert daran, dass wir Gestalter_innen des Anthropozäns uns selbst besser als Teil dieser Natur sehen sollten, anstatt uns gedankenlos zu weit von ihr zu entfernen. Seine Arbeiten werfen diverse Fragen der Wissenschaftsethik auf: Sollten wir uns nur am Möglichen oder auch am Nötigen orientieren, wenn uns Neugier und Erfindergeist in abstrakte Sphären treiben? Wie verhalten wir uns, wenn wenig vorhersehbar ist, was technologische Entwicklungen wie die Künstliche Intelligenz mit uns machen werden? 

Bei der Eröffnung am 11. November 2025 führte der Künstler mehr als 70 Interessierte durch die Ausstellung. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde aus der Perspektive verschiedener Disziplinen (Geoinformation, Bauingenieurwesen, Kunst, Wissenschafts- und Technikforschung) der Blick auf Natur und Technologie geworfen und über analoge und digitale Welten, Wissenschaftsskepsis und Vertrauen in die Wissenschaft diskutiert. Es diskutierten neben Olaf Osten und Helga Nowotny auch die TU-Wien-Forscher_innen Norbert Pfeifer und Agathe Robisson unter der Moderation von Pia Graves. Die Ausstellung von Olaf Osten ist bis Mitte März 2026 in der Bibliothek zu sehen.

Vienna Art Week 2025 - Ausstellungseröffnung "Weltverständnis?" mit Werken von Olaf Osten

© VIENNA ART WEEK 2025 / eSeLs

Ausstellungseröffnung von “Weltverständnis?” von Olaf Osten im Rahmen der VIENNA ART WEEK 2025 im Erdgeschoß der Hauptbibliothek

Einsatz von KI in Bibliotheken 

Das Symposium „KI in der Erschließung“ am 11. November 2025 war der Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe „BiblioVision“ der OBVSG, internationale Perspektiven wurden mit einer Diskussion ethischer Fragestellungen verbunden. In seiner Keynote berichtete Carlo Blum über KI-Projekte der Bibliothèque nationale du Luxembourg. Neben Impulsreferaten zur maschinellen Formalerschließung von Kerstin Katzlberger und Marc-Paul Ibitz (Österreichische Nationalbibliothek) und von Stefan Fink (AG Automatische Indexierung der TU Graz) war Tobias Weberndorfer (TU Wien Bibliothek) eingeladen worden, unser Large Language Model für den Einsatz in der Sacherschließung vorzustellen. Die Vorträge von Nicole Graf (ETH-Bibliothek) zu Fotografien und von Eva Seidlmayer (ZB MED Köln) zur maschinellen Erkennung von Desinformation rundeten das Programm ab. 

Erstmals auf der Frankfurter Buchmesse und Buch Wien

Der Universitätsverlag TU Wien Academic Press präsentierte sich im Oktober 2025 erstmals auf der Frankfurter Buchmesse und stellte seine Neuerscheinungen am Stand des Hauptverbands des österreichischen Buchhandels aus. Besonderes Augenmerk galt dem Buch „Soziales Wohnen in Wien“, das Ende des Jahres mit dem Bruno-Kreisky-Preis für sozial-ökologisches Wohnen und Zusammenleben 2025 ausgezeichnet wurde.

Auf der Buch Wien 2025 präsentierte sich TU Wien Academic Press gemeinsam mit mdwPress, innsbruck university press und dem Verlag der ÖAW. Ein besonderer Programmpunkt fand am 14. November 2025 in der Science Workshop Lounge statt: Im Rahmen einer Performance wurden neu entwickelte Interfaces vorgestellt, die Körperbewegungen direkt mit Klang verbinden. Im Anschluss stellten Hilda Tellioglu (TU Wien), Enrique Tomás (Tangible Music Lab, Kunstuniversität Linz) und Martin Kaltenbrunner (JKU Linz) die Publikation “Embodied Gestures” vor, in der die Ergebnisse des Forschungsprojektes systematisch dokumentiert sind. Die Veranstaltung unterstrich die erfolgreiche Verbindung von Forschung und Wissenschaftskommunikation. 

Die EOSC-Föderation wächst 

Der Ausbau der EOSC-Föderation prägte in diesem Jahr die internationalen und nationalen Aktivitäten. Das EOSC Symposium Anfang November in Brüssel zeigte die Fortschritte der ersten Nodes und machte die Bedeutung der EOSC-Community als soziale Infrastruktur deutlich. Die 11. Generalversammlung der EOSC Association am 10.Dezember 2025 war die erste unter dem neuen Präsidenten Klaus Tochtermann. Vorschläge der Europäischen Kommission für die Finanzierung ab 2028 wurden diskutiert.

Die 5. Generalversammlung des EOSC Support Office Austria fand am 18. November 2025 an der TU Wien statt. VR Wolfgang Kastner betonte bei der Eröffnung die Bedeutung von Offenheit und digitaler Souveränität. Anschließend wurden die Kommunikations-, Community- und Stakeholder-Aktivitäten, die neuen Partner und die Weiterentwicklung von ACONET sowie die seit Mitte 2025 laufenden Vorbereitungen für einen nationalen EOSC-Node präsentiert, die von Ilire Hasani-Mavriqi (TU Graz) koordiniert werden. Begleitet wird dieser Prozess einer Node-Kandidatur durch das EOSC SOA Steering Committee, das sich in zwei Sitzungen über die Governance und potenzielle Services eines österreichischen EOSC-Nodes beriet. Beate Guba (TU Wien) wurde als erste Sprecherin des Steering Committee bestätigt, Andreas Brandtner (Universität Wien) fungiert als zweiter Sprecher. Im Management Board übergab Barbara Sánchez Solís (TU Wien) den Vorsitz an Dimitri Prandner (JKU Linz). 

BiblioDay und “Österreich liest 2025” – ein erfolgreicher Beitrag zur fuTUre fit-Strategie 

Die Bibliothek führte am 22. Oktober 2025 erstmals einen Tag der offenen Tür durch. Dieser „BiblioDay“ stieß auf sehr positive Resonanz: Mehr als 100 Mitarbeiter_innen aus den Fakultäten und zentralen Bereichen der TU Wien nutzen die Gelegenheit, die Aufgaben der Bibliothek, ihre aktuellen Projekte wie beispielsweise die Digitalisierung der Sitte-Bibliothek, die Magazine in den drei Untergeschossen der Hauptbibliothek und den Data Visualisation Space Davis kennen zu lernen. Der offene Austausch vertiefte das Gemeinschaftsgefühl an der TU Wien. Zusätzlich gab es für die breite Öffentlichkeit im Rahmen von „Österreich liest“ zwei Spiele-Sessions mit der Forschungsgruppe „Human Computer Interaction“, die mit ihren Brett- und Kartenspielen Grundelemente demokratischen Verhaltens vermitteln konnten.

2025: Quartal 3 - Open Science Festival 2025 | Projektabschluss Skills4EOSC | Beiträge zum Ausstellungskatalog "Eisenbeton" | "Kunst zum Anfassen" in der Vienna Design Week

Open Science Festival 2025: Wohin geht die Reise für die digitale Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen?

Was kann die Bibliothek beitragen, wenn Forschende ein wissenschaftliches Journal ohne kommerziellen Verlag betreiben wollen? Welche Rolle spielen Persistente Identifikatoren (PIDs) für die Verbreitung der Forschungsergebnisse? Diese Fragen standen im Zentrum von Workshops, an denen sich die TU Wien Bibliothek beim Open Science Festival 2025 am 08. und 09. September 2025 an der Universität Wien beteiligte.
Für eigenständige Journals können Bibliotheken die Infrastrukturen liefern und die Verbreitung der Publikationen sicherstellen. Im Workshop wurde deutlich, dass neben der Bereitstellung von professioneller Software und dem Verzeichnen in den relevanten Indizes eine Integration von KI-basierten Features – insbesondere mit Blick auf die Plagiatsprüfung – gewünscht wird. Die TU Wien Bibliothek und die UB Wien bieten bereits Services für Journals im Diamond Open Access Modell an und greifen die Impulse auf.
Für die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Forschungsergebnissen sind PIDs entscheidend. Durch sie werden Datenmengen zu eindeutigen und auffindbaren Publikationen, Personen, Projekten oder Veranstaltungen. Die TU Wien Bibliothek stellt PIDs nicht nur für eigene Publikationen bereit, sondern stärkt ihre Rolle in der österreichischen Forschungslandschaft mit dem Aufbau des PID-Kompetenzzentrums Austria. Beim Festival führten die Bibliothek und die internationale ORCID-Organisation eine Escape Room Activity durch, die Wissen über die Identifikatoren spielerisch vermittelte.

Erfolgreicher Abschluss des internationalen Projektes Skills4EOSC

Das Projekt “Skills for the European Open Science Commons: creating a training ecosystem for Open and FAIR science (Skills4EOSC)”, gefördert durch das Horizon-Europe-Programm, koordiniert von GARR und unterstützt von 44 Partnern in 18 europäischen Ländern, wurde erfolgreich abgeschlossen. Die interne Leitung lag bei der TU Wien Bibliothek und dem Center for Research Data Management, ergänzt durch Beiträge der Forschungsgruppe Data Science.
Skills4EOSC adressierte den dringenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Ökosystem der European Open Science Cloud (EOSC). Das Projekt entwickelte gemeinsame Curricula und Trainingsprogramme für Open Science und FAIR Data, verband erste nationale Competence Centres und unterstützte das spezifische Ziel 1.2 der EOSC-Partnerschaft: „Professionelle Data Stewards stehen in forschungsstarken Organisationen in Europa zur Unterstützung von Open Science zur Verfügung.“
Die meisten Ergebnisse sind öffentlich über Zenodo zugänglich. Wichtige Resultate sind das Competence Centre Kit, der Katalog der Minimum Viable Skillsets, die FAIR-by-Design Methodology sowie das Recognition Framework. Diese schaffen eine gemeinsame Grundlage für die Entwicklung von Kursen und Lehrmaterialien, harmonisieren das Training in Open Science und stärken die Competence Centres über das paneuropäische CCnet.
Zukünftig werden die Skills4EOSC-Trainings über eine Self-Paced-eLearning-Plattform verfügbar sein und ein umfassendes Curriculum für Forschende, Datenmanager_innen und weitere Stakeholder bereitstellen. Die TU Wien war maßgeblich an der Strategieentwicklung für die Competence Centres, an der Curriculumentwicklung sowie an der Erstellung des Data Management Plans und des Stakeholder Plans beteiligt.

Digitalisierung: Ausstellungskatalog "Eisenbeton – Anatomie einer Metropole“

Von 22. Mai bis 28.September 2025 fand im Wien Museum die Ausstellung „Eisenbeton – Anatomie einer Metropole, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster“ statt. Anlässlich dieser 443. Sonderausstellung hat das Wien Museum den Ausstellungskatalog „Anatomie einer Metropole. Bauen mit Eisenbeton in Wien 1890-1914“ herausgegeben. Für diese Publikation haben Mitarbeiter_innen der Fachgruppe Fernleihe und Digitalisierung 35 Reproduktionen aus verschiedenen Zeitschriften aus unseren Bibliotheksbeständen als Scans bereitgestellt. Die TU Wien Bibliothek wird daher im Abbildungsverzeichnis und bei den Danksagungen erwähnt. Die Qualität der Scans – erstellt mit dem neuen Buchscanner – wurde vom Wien Museum als hochwertig gelobt.

Kunst2: „Kunst zum Anfassen“ – Beitrag der TU Wien zur Vienna Design Week 2025

Im Rahmen der Vienna Design Week präsentierte der Forschungsbereich Dreidimensionales Gestalten und Modellbau am Institut für Kunst und Gestaltung künstlerische Projekte von Studierenden, die die Vielfalt des Masterkurses im Architekturstudium und das Konzept forschungsgeleiteter Lehre im künstlerischen Feld verdeutlichten. Das zuletzt bei TU Wien Academic Press erschienene Buch „Zwischen Henkel und Schnabel“ dokumentierte dabei exemplarisch einen Kurs, der in Kooperation mit der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 abgehalten wurde. Ergänzt wurden die physischen Objekte um digitales Bildmaterial. Die Ausstellung lief von 30. September bis 05. Oktober 2025 im Data Visualisation Space Davis.

Ausstellung "Kunst zum Anfassen" im Rahmen der Vienna Design Week 2025

© Beate Guba

Ausstellung Kunst2 in Davis, CC BY Beate Guba

2025: Quartal 2 - Open Science Day 2025 | Projektergebnisse "Open Urban Sustainability Hubs" |  Projektabschluss REST-GDI-AGRAR | ORCID Workshop

Erster “Open Science Day for and by researchers” an der TU Wien 

Unter dem Motto „We dare to open science“ lud die Bibliothek am 03. Juni 2025 zum ersten Open Science Day an der TU Wien ein. In Vorträgen, Diskussionen und Workshops drehte sich alles um offene Wissenschaft – mit Themen wie Open Access, FAIR Data, Open Source Code und Citizen Science. Im Mittelpunkt standen der disziplinenübergreifende Austausch sowie Einblicke in die jeweilige Forschungspraxis. Im Projekt “Soil Walks” wurde gezeigt, wie ein innovatives Walk-and-Talk-Format, kombiniert mit einer interaktiven Datenplattform, das Bewusstsein für Bodenversiegelung und Flächennutzung schärfen kann. Citizen Science war mehrfach Thema: Markus Hollaus präsentierte Waldmonitoring-Projekte mit Beteiligung der Bevölkerung und diskutierte Chancen, aber auch Qualitätsrisiken solcher Daten. Christian Peer thematisierte Citizen Science als transdisziplinäres Werkzeug für urbane Transformation. Marcus Huber berichtete von der Community-geführten Open-Access-Zeitschrift “Quantum” und den Herausforderungen, ein wissenschaftliches Publikationsmodell jenseits kommerzieller Verlage zu etablieren. Laura Kovacs zeigte, wie „automated reasoning“ zur Verifikation sicherer Softwaresysteme beiträgt und als Open Source zugänglich gemacht werden kann. Beiträge zu FAIR-Prinzipien (Tomasz Miksa), der European Open Science Cloud EOSC (Beate Guba, Chris Schubert) sowie Open Science in Industriekooperationen (Julia Neidhardt) rundeten das Programm ab. Die Vielfalt der Beiträge und Teilnehmenden zeigt, wie wichtig das Thema für alle Fakultäten der TU Wien ist. Die Bibliothek freut sich bereits auf den Open Science Day 2026. 

Vielversprechende Projektergebnisse des JPI Urban Europe Projektes “Open Urban Sustainability Hubs” 

Das internationale Projekt Open Urban Sustainability Hubs (OPUSH), durchgeführt vom future.lab Research Center der Fakultät für Architektur und Raumplanung in Kooperation mit der Bibliothek, wurde erfolgreich beendet. Die meisten Projektergebnisse sind öffentlich zugänglich, zwei Journalpublikationen befinden sich noch in Begutachtung. Die TU Wien hat in zwei Pilotprojekten die Anwendbarkeit von Citizen Science in der nachhaltigen Stadtplanung getestet: Insgesamt nahmen über 100 Personen im Alter von 11 bis 84 Jahren an Workshops teil, die sich mit den Fokusthemen urbane Hitze und partizipative Stadtplanung beschäftigten. Das Projekt war 2024 mit dem Staatspreis für Klimawandelanpassung und dem Citizen Science Award des OeAD ausgezeichnet worden. Für die Zukunft soll das Serviceangebot zu Citizen Science für Forschende der TU Wien und die kontinuierliche Vernetzung mit öffentlichen Bibliotheken und Museen gefestigt beziehungswiese ausgebaut werden. 

Erfolgreicher Abschluss des Projektes REST-GDI-AGRAR 

Das vom Umweltbundesamt geleitete Projekt „REST-GDI-AGRAR (RESilienT GeoDataInfrastructure for AGricultural & Rural ARreas)” wurde im Juni 2025 auf der AGIT in Salzburg mit einem Pitch zu „Tools for Data Spaces” sowie einem internationalen Workshop zu Terminologie-Systemen offiziell abgeschlossen. Die Bibliothek lieferte die inhaltlichen Arbeiten zu Datenmodellen für den Wissensgraphen und die Implementierung von Terminologie-Services als Referenzregister für landwirtschaftliche Daten. So entstanden eigenschaftsbasierte Graphen, in denen sich die räumliche Verteilung, die Spezifika der Standorte und die Herkunft von Feldfrüchten abbilden und abfragen lassen. Die Datenressourcen basieren auf InVeKoS (AMA, EC), Sentinel und bestehenden Land-Use-Daten. Die Serviceinfrastruktur dieser Pilotumsetzung wird an der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) betrieben. Zukünftiges Ziel des Pilotvorhabens ist die Skalierung zu einem operativen Betrieb und die Migration solcher Komponenten in offene Infrastrukturen. 

Workshop „ORCID and your digital identity as a researcher” 

Zahlreiche bibliographische Datenbanken erstellen Profilseiten über Autor_innen, um Zitationszahlen und ähnliche Informationen aufzulisten. Der im Mai 2025 zum vierten Mal gehaltene Workshop für Forschende aller Fakultäten ging der Frage nach, inwiefern sich ORCID von Web of Science, Scopus oder Google Scholar unterscheidet. ORCID bietet einen persistenten Identifikator an, der es auf Metadatenebene erlaubt, Wissenschafter_innen voneinander klar zu unterscheiden. Zudem lassen sich die auf ORCID gezeigten Daten maximal von Nutzer_innenseite kontrollieren – dies ist gerade in Zeiten algorithmisch erstellter Profilseiten überaus wertvoll. Auch lässt sich ORCID in verschiedene Wissenschaftsplattformen integrieren (etwa Zenodo, Overleaf oder Manuskripteinreichsystemen), was sich auch die TU Wien in TISS und reposiTUm zunutze macht.

2025: Quartal 1 - TU Wien Bibliothek auf dem Bibliothekskongress 2025 | TU Wien Academic Press Jahresprogramm | Bestandsübersiedlung in die Depotbibliothek 

Innovative Impulse: TU Wien Bibliothek auf dem Bibliothekskongress 2025

Mit rund 1.000 Kongressteilnehmenden bot der 2. Österreichische Bibliothekskongress eine ideale Plattform für den interdisziplinären Austausch über hochaktuelle Themen, die die Rolle moderner Bibliotheken in einer sich wandelnden Welt neu definieren. Die TU Wien Bibliothek widmete sich dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und stieß mit ihrem Large Language Model zur automatischen Sacherschließung auf großes Interesse, wie auch mit ihrem Beitrag zur Retrokatalogisierung von Katalogkarten, bei der Mustererkennung mithilfe von Transkribus genutzt wurde.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema der städtischen Nachhaltigkeitstransformation, die durch Bibliotheken als Open Urban Sustainability Hubs gestärkt werden kann, und dem Wandel von szientometrischen Diensten hin zu dynamischen Wissenskarten. Ein mit AT2OA2-Projektpartner_innen gemeinsam gehaltener Vortrag über „Predatory Publishing an österreichischen Universitäten“ beleuchtete, wie gezielte Facilitation-Arbeit gegen fragwürdige Publikationspraktiken hilft.
Leonhard Zachl, Mitarbeiter der Bibliotheks-IT, wurde mit dem renommierten Bruno-Bauer-Gedächtnispreis für Innovation ausgezeichnet. Die Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) ehrte ihn für seine herausragende Entwicklung der Firefox-Extension „TUW lAma (let Alma be more adroit)“, die das Bibliothekssystem Alma erheblich verbessert und optimiert.
Als besonderes Highlight bot die TU Wien Bibliothek exklusive Führungen zu Themen wie Datenvisualisierung, grüne Bibliothek und UN Sustainable Developmental Goals (SDGs) an. Ihre Kunst-Ausstellung zu den SDGs konnte bis Ende März besucht werden.

Jahresprogramm von TU Wien Academic Press

Der wissenschaftliche Open-Access-Verlag der TU Wien Bibliothek war beim „Österreichischen Bibliothekskongress“ gemeinsam mit dem Verlag der TU Graz und Graz University Library Publishing vom 25. bis 28. März 2025 mit einem Messestand im Austria Center vertreten und präsentierte dort sein Jahresprogramm. Bisher gibt es 48 Meldungen im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB), im 1. Quartal 2025 wurde intensiv an der Umsetzung von zehn Neuerscheinungen und der Einrichtung einer neuen Schriftenreihe unter dem Titel „Space & Gender“ gearbeitet. Die Vorbereitungen für die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2025 und der Buch Wien 2025 laufen.

Erfolgreiche Bestandsübersiedlung in die Depotbibliothek

Nach intensiven Vorarbeiten im Jahr 2024 konnten Medien aus 15 verschiedenen Standorten der Hauptbibliothek, der Chemie- und Maschinenbaubibliothek und dem Freihaus an den neuen Standort der Depotbibliothek in Floridsdorf übersiedelt und nach Signatur zusammengeführt werden. Der Großteil dieser Medien ist nun digital im Campus-Netz verfügbar. Bei allen anderen Werken haben Nutzer_innen die Möglichkeit, Scans von einzelnen Zeitschriftenartikeln anzufordern oder bei Bedarf den Lesesaal der Depotbibliothek zu nutzen. Print-Zeitschriften, für die die TU Wien Bibliothek die Archivfunktion für Österreich innehat, können am neuen Standort unter optimalen Bedingungen aufbewahrt werden. Insgesamt waren bis zu 20 Mitarbeitende beteiligt, die mit ihrem Einsatz den Projekterfolg sicherstellten. Mit einer gemeinsamen Feier aller Partner - das sind neben der TU Wien die Universität Wien, Universität für angewandte Kunst Wien, Akademie der bildenden Künste Wien, Geosphere Austria - wird das Projekt abgeschlossen.