Projektverlauf
Erfahren Sie mehr über die Entwicklung des FINRENT-Projekts im Laufe der Zeit. Die nachfolgende Zeitleiste zeigt die wichtigsten Phasen des Projekts und hebt dabei zentrale Meilensteine wie Workshops und Präsentationen hervor.
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1) Datenbeschaffung und -verwaltung
In der ersten Projektphase wird die zentrale Datenbank aufgebaut, die während des gesamten Projekts genutzt wird. Das umfasst die Erfassung aller erforderlichen Datensätze, die notwendige Datenbereinigung und -aufbereitung sowie die Zusammenführung aus den verschiedenen Quellen. Das österreichische Grundbuch bildet das Herzstück der Datenbank. Es liefert die Namen und Firmenbuchnummern aller juristischen Personen, die einen Anteil an einer bestimmten Immobilie besitzen, sowie die Größe dieses Anteils (gemessen an den Nutzwerten). Um Unterschiede zwischen den Immobilien hinsichtlich der Grundfläche zu berücksichtigen, greifen wir auf das Adress-, Gebäude- und Wohnungsregister II (AGWR II) für Wien zurück. Der Grundstückskataster liefert zudem Shapefiles der Grundstücke und ermöglicht so eine räumliche Einordnung jedes einzelnen Grundstücks. Schließlich wird die Unternehmensdatenbank ORBIS mit den Daten verknüpft, um Einblicke in komplexe Eigentumsverhältnisse zu ermöglichen.
2) Analyse der Eigentumsstruktur
Diese Projektphase umfasst zunächst eine eingehende Literaturrecherche zu möglichen Identifizierungsansätzen für verschiedene Eigentumsarten, insbesondere für finanzialisiertes Eigentum. Zweitens wird eine umfassende Analyse der Veränderungen der Gesamtanteile von finanzialisierten Akteuren zwischen 2011 und 2022 durchgeführt, die als erste umfassenden Finanzialisierungsstudie mit einer zeitlichen Dimension resultieren soll. Drittens soll die räumliche Verteilung des finanzialisierten Eigentums an Mietimmobilien und dessen Verschiebungen seit der globalen Finanzkrise untersucht werden.
3) Wirkungsanalyse
Die dritte Projektphase stützt sich auf die Methodik und die Ergebnisse früherer Phasen, statt uns jedoch auf die zeitlichen Verschiebungen der Eigentumsanteile zu konzentrieren, prüfen wir die Sensitivität der Analyse hinsichtlich der zugrunde liegenden Bewertung der Immobilien. Dies dient nicht nur als Robustheitsprüfung für unsere eigenen Ergebnisse, sondern zielt auch darauf ab, den aktuellen Stand in der Literatur voranzutreiben, indem es als „Proof of Concept“ dient, der in ähnlicher Weise auch auf andere Kontexte anwendbar ist.
4) Vergleichende Analyse
Aufbauend auf den früheren Ergebnissen erweitert diese Projektphase die Analyse über das Wohnsegment hinaus. Sie zielt darauf ab, die Frage zu beantworten, ob es einen Unterschied im Ausmaß der Finanzialisierung zwischen dem Wohn- und dem Gewerbeimmobiliensektor gibt. Unsere Hypothese lautet, dass wir aufgrund der stärkeren Regulierung und Fragmentierung des Wohnsektors einen höheren Anteil institutioneller Investoren im Gewerbesektor feststellen werden. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, die Relevanz des Phänomens zwischen den Sektoren innerhalb eines gemeinsamen methodischen Rahmens zu vergleichen.
5) Dissemination und Policy-Empfehlungen
Auf Grundlage der in den vorangegangenen Projektphasen durchgeführten Analyse der Finanzialisierung des Mietwohnungs- und Gewerbeimmobiliensektors besteht das Ziel dieser Phase darin, die wichtigsten Forschungsergebnisse zu identifizieren, evidenzbasierte Policy-Empfehlungen zu erarbeiten und diese sowohl einem akademischen als auch einem breiteren Publikum zu vermitteln. In den letzten Monaten des Projekts soll eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse an der TU Wien stattfinden. Zu diesem Zweck wird eine Podiumsdiskussion mit internationalen Experten zu den Themen Finanzialisierung, Wohnungswesen und Immobilien organisiert.