Wie kann ein barockes Schloss im 21. Jahrhundert wieder zu einem lebendigen Ort werden? Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich eine öffentliche Abendveranstaltung am 11. März, im Rathaus Herzogenburg. Vertreter_innen aus Denkmalpflege, Architektur, Wissenschaft und Regionalpolitik sowie zahlreiche interessierte Bürger_innen kamen zusammen, um über mögliche Zukunftsperspektiven für das derzeit leerstehende Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn zu diskutieren.
Den Auftakt und zugleich das atmosphärische Highlight des Abends bildete die Präsentation von sieben Kurzfilmen, in denen Studierende vom Institut für Baugeschichte und Bauforschung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster ihre Visionen für eine neue Nutzung des historischen Areals vorstellten. In den vergangenen Monaten hatten die Master-Studierenden intensive Recherchen durchgeführt und in ihren Entwerfen-Projekten detaillierte Konzepte entwickelt. Die präsentierten Ideen zeigten ein vielversprechendes Bild einer Mischnutzung: ein Erlebnismuseum, ein Veranstaltungsort mit Schwerpunkt auf Hochzeiten sowie eine Fortbildungs- und Seminarakademie könnten das Schloss künftig zu einem lebendigen kulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt machen.
Im Anschluss an die Filmpräsentationen folgte eine moderierte Podiumsdiskussion mit hochrangigen Gästen aus verschiedenen Fachbereichen. Am Podium diskutierten Bürgermeister Christoph Artner (Herzogenburg), Landeskonservator für Niederösterreich Patrick Schicht, der Architekt Hannes Toifel (ICOMOS Austria, TU Wien), Sabine Tanner (Leiterin Reiseakademie Wien) sowie Katrin Vohland, Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des Naturhistorischen Museums Wien. Die Moderation übernahm Dörte Kuhlmann von der TU Wien. Die Diskussion zeigte, dass großes Interesse und Potenzial für eine Wiederbelebung des Schlosses bestehen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der Realisierbarkeit einer solchen Mischnutzung, nach Chancen und Herausforderungen für die Region sowie nach Möglichkeiten, die lokale Bevölkerung aktiv in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Auch konkrete nächste Schritte wurden angesprochen – von vertiefenden Studien bis hin zu möglichen Partnerschaften.
Der Abend machte deutlich: Das derzeit leerstehende Schloss Heiligenkreuz-Gutenbrunn stellt nicht nur eine Herausforderung dar, sondern vor allem eine seltene Chance. Die Veranstaltung bot Raum für inspirierende Ideen, konstruktive Debatten und neue Perspektiven und setzte wichtige Impulse, um von der Vision schrittweise zu realistischen Umsetzungsmöglichkeiten zu gelangen.
Die positive Resonanz der Teilnehmenden unterstrich, wie groß das Interesse an einer zukunftsfähigen Nutzung dieses besonderen historischen Ortes ist und zeigte auch, dass die studentischen Machbarkeitsstudien mit ihren gelungenen Visulisierungen ein wesentlicher Faktor sind, um die Öffentlichkeit einzubinden. Der Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden der TU Wien, Fachleuten, Entscheidungsträgern und der regionalen Öffentlichkeit soll nun weitergeführt werden.
Text: Dörte Kuhlmann




