Während es bereits ab 4 °C schneien kann, bedeuten Temperaturen über 0 °C, dass es taut. Die perfekten Bedingungen, um einen Schneemann zu bauen, sind in Wien folglich nur selten gegeben. Hat es nun geschneit und man möchte eine Schneefigur erschaffen, gibt es ein paar Tricks, wie diese besonders gut gelingt. Am besten baut man einen Schneemann bei rund 0 °C, wenn der Schnee leicht feucht und klebrig ist. So erhält er ausreichend Stabilität. Damit ein Schneemann seinen festen Zustand behalten kann, braucht es außerdem Kälte. Gefriert der Schnee erneut – zum Beispiel über Nacht –, verleiht dies dem Schneemann eine Extraportion Halt. Schützt man ihn auch tagsüber vor Sonne, indem man ihn zum Beispiel in einem Hausschatten errichtet, verlängert man sein Leben zusätzlich. Denn sobald mildere Temperaturen, Sonne, Regen oder Wind mit ins Spiel kommen, beginnt die Schneefigur zu schmelzen. Grund dafür: je mehr Energie die Schneefigur aus der Umgebung aufnimmt, desto schneller verliert sie ihre feste Struktur. So kommt es, dass ein Schneemann oft schneller wieder schmilzt, als er gebaut wurde.
Das Schmelzen verläuft aber nicht gleichmäßig. Zuerst verschwinden fast immer die Details. Augen, Knöpfe oder die Karottennase bestehen aus Materialien, die sich schneller erwärmen als Schnee und Wärme besser speichern. Der Schnee um sie herum taut, sie verlieren ihren Halt und fallen heraus. Kurz darauf gibt der Kopf nach. Er ist dem Wetter stärker ausgesetzt als der restliche Körper, da er im Verhältnis zu seiner Größe eine größere Oberfläche hat, über die Wärme aufgenommen werden kann. Der größere, kompaktere Rumpf hält länger stand, weil mehr Masse vorhanden ist, die die Erwärmung verzögert. Am längsten bleibt meist der untere Teil stehen – auch wenn er von unten durch den wärmeren Boden langsam weich wird. Am Ende bleibt ein nasser Schneehaufen zurück, dort, wo der Schneemann einmal stand.
Während der Schneemann nach und nach schmilzt, rutschen wir selbst ins neue Jahr – hoffentlich genauso geschmeidig und mit einem Lächeln im Gesicht. Einen guten Rutsch ins Jahr 2026!
