Künstliche Intelligenz spielt auch in der Automobilindustrie eine immer größere Rolle. Mercedes-Benz gab nun eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Liquid AI bekannt, um sogenannte „Liquid Foundation Models“ direkt im Fahrzeug einzusetzen. Erste Anwendungen sind bereits für 2026 geplant.
Die Technologie dahinter hat auch starke Wurzeln in Wien: Liquid AI wurde von Forschern mitgegründet, die an der TU Wien und am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) ausgebildet wurden. Zentrale Konzepte der zugrundeliegenden Modelle entstanden im Umfeld der Forschungsgruppe von Prof. Radu Grosu am Institut für Computer Engineering der TU Wien. Nun plant Liquid AI zu expandieren – und Wien wäre ein möglicher Ort dafür. Rektor Jens Schneider setzt sich für eine verstärkte Zusammenarbeit ein.
AI – aber effizient und lokal
Im Unterschied zu vielen heutigen KI-Systemen sind die Modelle von Liquid AI darauf ausgelegt, direkt auf der vorhandenen Hardware im Fahrzeug zu laufen – schnell, energieeffizient und ohne permanente Verbindung zu externen Rechenzentren.
„Die entscheidende Frage ist nicht nur, wie man möglichst leistungsfähige KI baut, sondern wie man sie mit minimalem Ressourcenaufwand realisieren kann“, sagt Radu Grosu. „Genau daran arbeiten wir seit vielen Jahren.“
Ein zentrales Merkmal dieser Technologie ist ihr dynamischer Aufbau: Statt Informationen in einer statischen Struktur zu verarbeiten, entwickelt sich der interne Zustand des Systems kontinuierlich in der Zeit weiter, während neue Daten einfließen. Dieses Prinzip – inspiriert von biologischen Nervensystemen – ermöglicht es, flexibel auf wechselnde Situationen zu reagieren und gleichzeitig sehr effizient zu bleiben.
Gerade im Fahrzeug ist das ein entscheidender Vorteil: Sprachverarbeitung, Kontextverständnis und Entscheidungen müssen in Echtzeit erfolgen – auch ohne stabile Internetverbindung.
