Industriebrände verursachen jedes Jahr enorme Schäden – besonders in Branchen, in denen Maschinen rund um die Uhr im Einsatz sind und hohe Temperaturen entstehen können. Genau hier setzt das Unternehmen AVIAN an: Mit künstlicher Intelligenz und Wärmebildtechnologie entwickelt das Team eine Lösung, die potenzielle Gefahren erkennt, bevor ein Brand entsteht. Hinter dem Unternehmen steht unter anderem der TU Wien-Absolvent Thomas Längle.
Längle schloss 2017 sein Studium der Elektrotechnik an der TU Wien ab. Sein Weg führte ihn anschließend in die internationale Deep-Tech-Szene, wo er gemeinsam mit einem interdisziplinären Team Technologien entwickelt, die industrielle Prozesse sicherer machen sollen. Die Idee zu AVIAN entstand aus einer konkreten Herausforderung: Nach einem schweren Brand in einem Schweizer Sägewerk entstand die Frage, wie sich ähnliche Ereignisse künftig frühzeitig erkennen und verhindern lassen könnten.
Die Antwort war ein intelligentes Überwachungssystem: Wärmebildkameras erfassen kontinuierlich Temperaturveränderungen in industriellen Anlagen. Eine KI-gestützte Software analysiert die Daten und unterscheidet zwischen normalen Schwankungen und tatsächlichen Warnsignalen. So können Unternehmen schneller reagieren und Risiken reduzieren. Neben dem Brandschutz ermöglicht die Technologie auch, ungewöhnliche Entwicklungen an Maschinen frühzeitig zu erkennen und Wartungen gezielter zu planen.
Aus der ursprünglichen Idee entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein international tätiges Scale-up. AVIAN ist mittlerweile in mehreren Ländern aktiv und unterstützt zahlreiche Industrieunternehmen dabei, ihre Anlagen sicherer zu betreiben. Nach einer Finanzierungsrunde im Jahr 2025 verstärkt das Unternehmen seine internationale Expansion, insbesondere in den USA.
Für Längle zeigt die Entwicklung von AVIAN, welche Rolle technisches Wissen und wissenschaftliche Ausbildung bei der Entstehung neuer Lösungen spielen können. „Von der TU Wien in die internationale Gründerszene“ steht dabei beispielhaft für einen Weg, den viele Absolvent_innen einschlagen: Forschung und Technologie nicht nur weiterzuentwickeln, sondern daraus konkrete Anwendungen für Gesellschaft und Wirtschaft entstehen zu lassen.
Die TU Wien unterstützt Unternehmergeist und technologieorientierte Gründungen unter anderem über die Spinoff Factory sowie das Innovation Incubation Center (i²c), das Forschende und Studierende dabei begleitet, wissenschaftliche Ideen in marktfähige Innovationen zu überführen.

