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In Bewegung: Wie die TU Wien Nachhaltigkeit verankert und voranbringt

Nachhaltigkeit an der TU Wien ist Auftrag und Chance. In den nächsten Jahren soll daher eine „Kultur der Nachhaltigkeit“ in Lehre, Forschung, Organisation und Infrastruktur verankert und etabliert werden.

Eine Grafik mit einem Kreis an dem die fünf Handlungsbereiche zur Nachhaltigkeit platziert sind.

© TUW

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Nachhaltigkeit: die fünf Handlungsbereiche

Viergeteiltes Bild mit einzelnen Aufnahmen einer Arbeitsgruppe, z.B. aneinem Schreibtisch oder bei einem Vortrag.

© TUW/M. Heisler

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Die Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit im Rahmen des fuTUre fit-Prozesses

Mit mehr als 30.000 Studierenden und Mitarbeiter_innen ist die TU Wien eine bedeutende Akteurin im urbanen Raum – und als Standort exzellenter Forschung und Innovation zugleich eine zentrale Treiberin nachhaltiger Entwicklung und Transformation. Nachhaltigkeit versteht die TU Wien als ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung und ist als Ziel Nr. 6 fest in der fuTUre fit Strategie verankert. Damit die Umsetzung gelingt, ist ein Zeithorizont von zehn Jahren gesteckt, der sich in Etappen von zwei, fünf und zehn Jahren gliedert. Die kommenden beiden Jahre sind dabei die entscheidende erste Phase, in der tragfähige Grundlagen geschaffen und der langfristige Weg strukturiert vorbereitet werden.

Nachhaltigkeit als gelebter Universitätsauftrag

Dass die TU Wien es mit Nachhaltigkeit ernst meint, zeigt unter anderem der im Dezember 2025 erfolgte Beitritt zur Allianz Nachhaltiger Universitäten in Österreich. Dem Rektorat unter Rektor Jens Schneider geht es dabei um nicht weniger als den Aufbau einer gelebten Kultur der Nachhaltigkeit, die von allen Angehörigen der TU Wien mitgetragen wird.

Als technisch-naturwissenschaftliche Universität mit hoher Forschungs- und Innovationskraft versteht die TU Wien es zudem als ihre besondere Verantwortung, Erkenntnisse zu nachhaltigen Technologien, Prozessen und Systemen nicht nur zu generieren, sondern diese auch im eigenen Handeln umzusetzen. Nachhaltigkeit wird daher bewusst als Querschnittsthema verstanden, in einen Gesamtzusammenhang gesetzt und über alle Ebenen der Universität hinweg verankert – in Lehre und Forschung ebenso wie in Verwaltung und Infrastruktur, aufbauend auf einer Vielzahl an bestehenden Projekten, Initiativen und Aktivitäten.

Fünf Handlungsbereiche als gemeinsamer Orientierungsrahmen

Diese ganzheitliche Perspektive spiegelt sich in fünf zentralen Handlungsbereichen wider, die den gemeinsamen Orientierungsrahmen für die Umsetzung eines Nachhaltigkeitskonzeptes bilden. Für die kommenden beiden Jahre sind bereits operative Ziele definiert, die eng mit der aktuellen Leistungsvereinbarung verknüpft sind und deren Umsetzung laufend realisiert wird:

  • Lehre und (Weiter-)Bildung: Nachhaltigkeit ist als Inhalt in den Lehrveranstaltungen sichtbar gemacht und als Microcredential etabliert.
  • Forschung und Entwicklung: Es existiert ein umfassender Überblick zur Forschungsleistung der TU Wien für nachhaltige Technologien, Prozesse und Entwicklungen sowie deren Implementierung.
  • 3rd Mission & Wissenstransfer: Die TU Wien ist in den zentralen Initiativen zu Nachhaltigkeit im Bereich der Universitäten vertreten und wirkt, lernt und gestaltet mit.
  • Governance und Verwaltung: Nachhaltigkeit ist in den Qualitätssicherungs- und Entscheidungsprozessen der TU Wien integriert.
  • Infrastruktur und Campus: Eine Treibhausgasbilanz ist erstellt und Treibhausgasemissionen sind reduziert.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Weiterentwicklung von Nachhaltigkeit in den einzelnen Handlungsbereichen, sondern vor allem auch die Nutzung von offensichtlichen Synergien durch Verknüpfungen.

Vernetzung als Motor der Umsetzung

Dass diese Verbindung in der Praxis gelingen kann, zeigen sowohl bestehende Strukturen und Initiativen als auch Projekte, die im Rahmen des fuTUre-fit-Prozesses angestoßen wurden. Sie machen bereits jetzt sichtbar, wie etwa Lehre, Bewusstseinsbildung und Infrastrukturmaßnahmen ineinandergreifen und gemeinsam Wirkung entfalten können.

Wenn neue Fahrradgaragen am Campus nachhaltige Mobilität erleichtern, Studierende dabei im Rahmen von Lehrveranstaltungen aktiv eingebunden werden und unterschiedliche Akteur_innen vernetzt zusammenarbeiten, entsteht ein gemeinsamer Entwicklungsprozess, der über einzelne Maßnahmen hinausgeht und so Schritt für Schritt eine „Kultur der Nachhaltigkeit“ etabliert.

Die kommenden zwei Jahre: Vom Leitbild zur messbaren Praxis

In den kommenden zwei Jahren liegt der Fokus auf der systematischen Bündelung bestehender Aktivitäten und der Weiterentwicklung von Initiativen in den Handlungsbereichen. Im Zentrum steht die Ausarbeitung eines übergeordneten Nachhaltigkeitskonzepts, das die strategischen Vorgaben in ein handlungsleitendes Ganzes übersetzt. Schlüsselmaßnahmen und geeignete Erfolgskriterien werden für alle Handlungsbereiche definiert, um Fortschritte nicht nur sichtbar, sondern auch nachvollziehbar und überprüfbar zu machen.

Charakteristisch für diese Etappe ist das parallele Entwickeln und Umsetzen: Konzepte entstehen nicht losgelöst, sondern werden im Tun geschärft, überprüft und weiterentwickelt. Erfahrungen fließen unmittelbar in die konzeptionelle Arbeit zurück – ein lernender Prozess mit hoher Praxisnähe und Wirkungsorientierung.

Koordination und Struktur: Das Sustainability Design Office

Um die Vielzahl an Aktivitäten strategisch zu bündeln und gezielt weiterzuentwickeln, wurde das Sustainability Design Office (SDO) eingerichtet. Unter der Leitung von Gudrun Weinwurm und ihrer Kollegin Iva Ilieva fungiert es als koordinierende Stelle, die übergeordnete Ziele definiert, Prozesse strukturiert und den Austausch zwischen internen und externen Stakeholdern fördert.

„Wir bringen Themen und Leute zusammen, um Synergie zu erzeugen und damit das größere Ganze entstehen kann, und ein Spirit der Nachhaltigkeit tatsächlich an unserer gesamten Universität spürbar ist“, beschreibt Gudrun Weinwurm den Anspruch des SDO.

Die kommenden zwei Jahre markieren damit eine entscheidende Etappe: Sie legen die konzeptionellen, organisatorischen und kulturellen Grundlagen für die nachhaltige Entwicklung der TU Wien, machen sichtbar, was bereits vorhanden ist, und setzen in Bewegung, was langfristig Wirkung entfalten soll.

 

Kontakt

Dr. Gudrun Weinwurm und DI Iva Ilieva
+43 1 58801 412435
nachhaltigkeit@tuwien.ac.at