Alle News an der TU Wien

IMMO Insights 2026: Wie KI die Immobilienwirtschaft vom Datenchaos zur Entscheidungsgrundlage führt

Bei den IMMO Insights 2026 der TU Wien Academy diskutierten Expert_innen aus Immobilienwirtschaft, Technologie und Forschung, wie KI von der ersten Anwendung zur fundierten Entscheidungsgrundlage wird – und warum Datenqualität, fachliche Expertise und Mut zum Ausprobieren dabei entscheidend bleiben.

Gruppenfoto der Vortragenden

© leadersnet.at/A. Felten

1 von 13 Bildern oder Videos

Gespräch zwischen Personen

© leadersnet.at/A. Felten

1 von 13 Bildern oder Videos

Einbezug des Publikums

© leadersnet.at/A. Felten

1 von 13 Bildern oder Videos

Zwei Personen sprechen

© Arman Rastegar

1 von 13 Bildern oder Videos

Gruppe an Menschen

© Arman Rastegar

1 von 13 Bildern oder Videos

Zwei Vortragende in Diskussion

© leadersnet.at/A. Felten

1 von 13 Bildern oder Videos

Vortragende

© leadersnet.at/A. Felten

1 von 13 Bildern oder Videos

Vortragender

© leadersnet.at/A. Felten

1 von 13 Bildern oder Videos

Personen in einer Diskussion

© Arman Rastegar

1 von 13 Bildern oder Videos

Vortragender spricht

© Arman Rastegar

1 von 13 Bildern oder Videos

Personen bei Vortrag

© Arman Rastegar

1 von 13 Bildern oder Videos

Person spricht mit weiterer Person

© Arman Rastegar

1 von 13 Bildern oder Videos

Person spricht mit weiterer Person

© Arman Rastegar

1 von 13 Bildern oder Videos

Künstliche Intelligenz ist in der Immobilienwirtschaft angekommen. Die zentrale Frage lautet heute nicht mehr, ob KI die Branche verändern wird, sondern wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann: Wo entstehen bessere Entscheidungsgrundlagen? Welche Prozesse lassen sich effizienter gestalten? Und welche Rolle spielt menschliche Expertise, wenn immer mehr Daten automatisiert analysiert, verknüpft und aufbereitet werden?

Genau diesen Fragen widmeten sich die diesjährigen IMMO Insights der TU Wien Academy. Unter dem Titel „KI in der Immobilienwirtschaft: vom Pilotprojekt zur Entscheidungsgrundlage“ kamen Expert_innen aus Immobilienpraxis, Technologie, Forschung und Stadtentwicklung zusammen, um konkrete Anwendungsfelder, Chancen und Grenzen von KI zu diskutieren.

Der rote Faden des Tages: KI schafft dann echten Mehrwert, wenn sie nicht als Selbstzweck verstanden wird, sondern als Werkzeug für bessere, schnellere und fundiertere Entscheidungen.

Von Daten zu Wissen: Warum KI mehr braucht als Technologie

In der Bau- und Immobilienbranche entstehen täglich enorme Datenmengen: Gebäudedaten, Standortinformationen, Marktdaten, Planungsunterlagen, Gutachten, Portfoliodaten, ESG-Kennzahlen, Dokumente und Kommunikationsdaten. Diese Informationen sind oft vorhanden, aber nicht immer strukturiert, vergleichbar oder unmittelbar nutzbar.

Hier setzt KI an. Sie kann helfen, Informationen zu erkennen, zu ordnen, zu verknüpfen und in eine Form zu bringen, die Entscheidungen unterstützt. Aus Informationsflut wird im besten Fall gefiltertes Wissen. Aus Daten werden Entscheidungsgrundlagen.

Die Konferenz machte aber auch deutlich: Der Nutzen von KI hängt unmittelbar von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Ohne saubere Daten, klare Prozesse und fachliche Interpretation bleibt KI ein weiteres Tool – mit begrenztem strategischem Wert.

KI ersetzt keine Erfahrung. Sie erweitert sie.

Konkrete Anwendungen entlang des Immobilienlebenszyklus

Die Vorträge zeigten, wie vielfältig die Einsatzfelder von KI in der Immobilienwirtschaft bereits heute sind.

In der Keynote „Smart Buildings, Smart Decisions“ zeigte Elena Graf-Burgstaller, wie Gebäude durch KI und digitale Technologien vom reinen Informationslieferanten zum aktiven Steuerungsinstrument werden können. Smart Buildings liefern nicht nur Daten, sondern ermöglichen eine neue Form der datengetriebenen Wertschöpfung.

Theresa Fink brachte die Perspektive der resilienten Stadt- und Quartiersentwicklung ein. Datenbasierte Stadtanalysen können helfen, Infrastruktur, Immobilien und urbane Räume besser zu verstehen und Entscheidungen langfristiger auszurichten.

Dr. Julia Reisinger zeigte, wie KI, Spatial Reasoning und Automatisierung im Industrie- und Gewerbebau neue Möglichkeiten für Planung, Variantenentwicklung und Masterplanning eröffnen.

Im zweiten Teil der Konferenz stand die Frage im Mittelpunkt, wie Immobilienwissen besser nutzbar gemacht werden kann. Herwig Teufelsdorfer sprach darüber, wie sich Immobilienbestände vom Dokumentenchaos zu einem steuerbaren, KI-gestützten Managementsystem entwickeln können. Christian Schitton zeigte, wie Marktkommunikation als quantifizierbare Intelligence nutzbar wird. Niki Stadler gab Einblicke, wie KI Nachverdichtungs- und Neubaupotenziale in sehr kurzer Zeit sichtbar machen kann.

Die Bandbreite der Themen machte deutlich: KI betrifft nicht nur einzelne Teilbereiche der Immobilienwirtschaft. Sie verändert Bewertung, Projektentwicklung, Asset Management, Stadtplanung, Marktanalyse und Gebäudebetrieb gleichermaßen.

Zwischen Pilotprojekt und Praxis: Der entscheidende Schritt

Ein zentrales Learning des Tages war, dass viele Organisationen nicht an fehlendem Interesse scheitern, sondern an der Frage, wie sie sinnvoll starten sollen. KI-Projekte wirken oft groß, komplex und schwer greifbar. Gleichzeitig steigt der Druck, sich mit datenbasierten Technologien auseinanderzusetzen.

Die IMMO Insights zeigten einen pragmatischen Zugang: Nicht alles muss auf einmal gelöst werden. Es braucht nicht die perfekte Lösung vom ersten Tag an. Entscheidend ist, konkrete Anwendungsfelder zu identifizieren, erste Schritte zu setzen, Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen.

Oder wie es eine Teilnehmerin nach der Veranstaltung treffend formulierte: Studieren geht übers Probieren.

Dieser Gedanke passt gut zur aktuellen Phase der Immobilienwirtschaft. Es geht nicht darum, KI unkritisch zu übernehmen. Es geht darum, sie bewusst zu testen, zu bewerten und dort weiterzuentwickeln, wo sie tatsächlich bessere Ergebnisse bringt.

Menschliche Expertise bleibt der Schlüssel

So stark die technologischen Möglichkeiten auch sind: Die Konferenz machte deutlich, dass KI nicht isoliert betrachtet werden kann. Daten müssen interpretiert werden. Ergebnisse müssen fachlich eingeordnet werden. Entscheidungen bleiben strategische und unternehmerische Aufgaben.

Gerade in der Immobilienwirtschaft, wo Investitionsentscheidungen langfristige Wirkung haben, braucht es Erfahrung, Kontextwissen und Verantwortungsbewusstsein. KI kann Muster sichtbar machen, Alternativen berechnen und Prozesse beschleunigen. Sie kann aber nicht allein entscheiden, welche Entwicklung für einen Standort, ein Portfolio oder ein Quartier sinnvoll ist.

Die Zukunft der Branche wird datengetriebener. Erfolgreich werden jene Organisationen sein, die technologische Möglichkeiten mit fachlicher Expertise, strategischem Denken und einem klaren Verständnis für Qualität verbinden.

Austausch zwischen Wissenschaft, Technologie und Immobilienpraxis

Die IMMO Insights haben einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der Dialog zwischen Forschung, Wirtschaft und Praxis ist. Gerade bei einem Thema wie Künstlicher Intelligenz braucht es Räume, in denen konkrete Anwendungen, strategische Fragen und kritische Perspektiven zusammenkommen.

Als TU Wien Academy verstehen wir Weiterbildung als Schnittstelle zwischen technologischer Entwicklung, fachlicher Vertiefung und beruflicher Praxis. Die IMMO Insights haben diesen Anspruch sichtbar gemacht: durch praxisnahe Impulse, interdisziplinäre Diskussionen und den direkten Austausch mit Expert_innen aus der Branche.

Vielen Dank an alle Speaker, Teilnehmer_innen und Organisator_innen für den inspirierenden Tag und die wertvollen Einblicke.

Mit Beiträgen und Perspektiven von unter anderem Elena Graf-Burgstaller, Theresa Fink, Dr. Julia Reisinger, Herwig Teufelsdorfer, Christian Schitton, Niki Stadler, Bob Martens, Filiz Siber-Schmied, Gerald Franz Prucher, Wolfgang Wegmayer und Karin Schmidt-Mitscher.

Fazit

KI wird die Immobilienwirtschaft nicht über Nacht verändern. Aber sie verändert bereits heute, wie Daten genutzt, Entscheidungen vorbereitet und Potenziale sichtbar gemacht werden.

Der entscheidende Schritt liegt nicht darin, jeder neuen Technologie sofort zu folgen. Entscheidend ist, die richtigen Fragen zu stellen: Welche Daten haben wir? Welche Entscheidungen wollen wir verbessern? Welche Prozesse können wir sinnvoll unterstützen? Und wo braucht es weiterhin menschliche Erfahrung, Verantwortung und strategisches Denken?

Die IMMO Insights 2026 haben gezeigt: Die Zukunft der Immobilienwirtschaft wird datengetrieben sein. Aber sie bleibt eine Frage von Expertise, Qualität und mutigem Ausprobieren.