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Gemeinsam für die Ressource Boden: TU Wien tritt Bodenbündnis bei

Die TU Wien schließt sich dem österreichischen Bodenbündnis an und ist damit auch Teil der European Land and Soil Alliance (ELSA), einem europäischen Netzwerk für nachhaltige Land- und Bodennutzung.

Drei Personen stehen vor einer Bücherwand und halten ein Schild in der Hand auf dem steht "Bodenbündnis Mitglied: TU Wien"

© TU Wien

von links: Norbert Rainer, Ulrike Feichtinger und Julia Forster

Boden ist eine begrenzte Ressource, deren Schutz angesichts von Klimakrise, Flächenverbrauch und zunehmender Versiegelung immer wichtiger wird. Für die TU Wien ist der Beitritt zum Bodenbündnis – und damit auch zur European Land and Soil Alliance (ELSA) – ein bewusster Schritt, um die Bedeutung von Bodenmanagement und strategischer Bodenplanung stärker sichtbar zu machen. 

„Der Boden wird oft als selbstverständlich wahrgenommen, obwohl er zentrale Funktionen erfüllt – als Lebensgrundlage, als Wasserspeicher, zur CO₂-Bindung und vieles mehr“, erklärt Julia Forster vom Institut für Raumplanung, die gleichzeitig die offizielle Vertreterin der TU Wien im Bodenbündnis ist. „Wir möchten dazu beitragen, diese Zusammenhänge stärker ins Bewusstsein zu rücken.“

Collage aus zwei Bilder: links ein bepflanzter Gummistiefel, rechts ein Glas, aus dem etwas wächst.

© Carina Staudinger

Alte Gummistiefel oder Gläser können zu Pflanzgefäßen werden.

Raumplanung als Schlüssel für nachhaltige Bodennutzung

Insbesondere die Raumplanung spielt eine entscheidende Rolle beim Umgang mit der Ressource Boden. Sie beeinflusst, wo versiegelt wird, wie Siedlungen wachsen und welche Flächen langfristig erhalten bleiben. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf Innenentwicklung, dem Prinzip Bestand statt Neubau sowie einem sparsamen Umgang mit Boden.

„In Forschung und Lehre versuchen wir in der Raumplanung an der TU Wien wissenschaftliche Erkenntnisse mit der gelebten Praxis in Gemeinden zu verbinden“, so Forster. „Gerade hier ist es wichtig, Lösungen zu entwickeln, die fachlich fundiert, aber auch gut verständlich und umsetzbar sind.“

Interdisziplinäre Forschung und neue Kooperationen

Der Beitritt zu ELSA und dem Bodenbündnis, das vom österreichischen Klimabündnis koordiniert wird, stärkt den interdisziplinären Ansatz der TU Wien. Forschungs- und Lehraktivitäten – etwa im Raumsimulationslabor – verbinden Raumplanung, Architektur und weitere Disziplinen. Bereits bestehende Kooperationen, unter anderem mit der BOKU, befassen sich mit Fragen der Bodenversiegelung und dem Erhalt von Bodenfunktionen.

Ein Beispiel ist das Projekt BOkanns!, das sich der Bewusstseinsbildung rund um Boden widmet und mit Kindern praxisnahe Experimente durchführt. „Kinder sind wichtige Multiplikator_innen: Wer früh ein Bewusstsein für Boden entwickelt, trifft später bewusstere Entscheidungen“, betont Julia Forster.

zwei mit Erde gefüllte, kopfüber in einem Glas stehende PET-Flaschen; zwischen Flasche und Glas sind Kaffeefilter.

© Carina Staudinger

Im Projekt BOkanns! lernen Kindergartenkinder, wie aus alten PET-Flaschen Wasserfilter werden können.

Netzwerk als Plattform für Wirkung

Mit der Mitgliedschaft erwartet sich die TU Wien vor allem neue Forschungskooperationen, erweiterte Fördermöglichkeiten und eine stärkere Dissemination über bestehende Netzwerke bis hin zu Gemeinden. „ELSA bietet eine Plattform, um Wissen zu teilen, Projekte gemeinsam zu entwickeln und unsere Arbeit sichtbar zu machen“, so Forster. „Diesen Möglichkeit möchten wir aktiv nutzen und mitgestalten.“ Auch für das Bodenbündnis ist die Aufnahme der TU Wien ein wichtiger Schritt: „Die TU Wien ist das erste universitäre Mitglied des Bündnisses. Diese besondere Partnerschaft stärkt die Verbindung zwischen Forschung und Kommunen nachhaltig – eine Brücke, von der beide Seiten profitieren“, freut sich Norbert Rainer, Vorstandsmitglied im Bodenbündnis. 

Rückfragehinweis

Dr. Julia Forster
Technische Universität Wien
Forschungsbereich Örtliche Raumplanung
+43 1 58801 280431
 julia.forster@tuwien.ac.at 

Aussenderin:

Sarah Link, M.A.
PR und Marketing
Technische Universität Wien
+43 664 60588 2412
sarah.link@tuwien.ac.at