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Gastprofessuren und Global Fellows im Wintersemester 2026/27

Wir begrüßen James L. Garrison, Jens Hauser, Bas Princen, Bettina Schnedl, Anastassia Smirnova-Berlin und Alexander Sverdlov an der TU Wien.

TU Wien mit darübergelegtem Bild einer Lehrsituation.

© TU Wien | Matthias Heisler; Overlay freepiks

Internationale Expertise und neue Perspektiven bereichern im Wintersemester 2026/27 die Lehre und Forschung an der TU Wien. Die Global Fellows James L. Garrison und Jens Hauser bringen wertvolle Erfahrung aus Erdbeobachtung, Technologie, Kunst und Wissenschaft in Forschung und Lehre ein. An der Fakultät für Architektur und Raumplanung stehen bei den Gastprofessor_innen Bas Princen, Bettina Schnedl sowie Anastassia Smirnova-Berlin und Alexander Sverdlov die sich transformierende Stadt und die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

James L. Garrison

Porträtbild in Schwarz-Weiß von einer Person mit kurzen Haaren und Brille

© Photo courtesy of Purdue University

Zeitraum: 24.08.2026 – 18.12.2026
Lehrveranstaltung: Global Navigation Satellite System Reflectometry
Global Fellow am Department für Geodäsie und Geoinformation, Fakultät für Mathematik und Geoinformation

James L. Garrison ist Professor an der Purdue University (USA) und forscht im Bereich der Fernerkundung der Erde. Er gilt als einer der frühen Wegbereiter der GNSS-Reflektometrie (GNSS-R). Dabei werden reflektierte Navigationssignale wie GPS oder Galileo genutzt, um geophysikalische Parameter wie Bodenfeuchte oder Windgeschwindigkeit über dem Meer zu bestimmen. Seine Forschung umfasst darüber hinaus die Nutzung verschiedenster „Signals of Opportunity“ für die Erdbeobachtung – also Signale, die ursprünglich für andere Zwecke wie Kommunikation oder Navigation ausgesendet werden, deren Wechselwirkung mit der natürlichen Umwelt jedoch wertvolle Informationen für die Fernerkundung liefert.

An der TU Wien wird Prof. Garrison einen Einführungskurs zu GNSS-R unterrichten. Ausgehend von den grundlegenden physikalischen Prinzipien und der Signaltheorie vermittelt der Kurs, wie reflektierte Signale analysiert und für die Bestimmung geophysikalischer Größen nutzbar gemacht werden können. Damit erhalten Studierende einen Einblick in eine innovative Methode der satellitengestützten Erdbeobachtung und in das Potenzial von Signalen, die nicht ursprünglich für wissenschaftliche Messungen konzipiert wurden.

Ein zentraler Bestandteil seines Forschungsaufenthalts ist die enge Zusammenarbeit mit den Kolleg_innen des Departments für Geodäsie und Geoinformation der TU Wien. Gemeinsam wird untersucht, wie „Signals of Opportunity“ mit Landoberflächen interagieren, insbesondere mit dem Ziel, die Einflüsse von Vegetation und stehendem Wasser voneinander zu unterscheiden. Die TU-Wien-Kolleg_innen bringen dabei ihre Expertise in der Mikrowellen-Fernerkundung und der Analyse von GNSS-Daten ein. Ziel der gemeinsamen Forschung ist es, physikalisch fundiertes maschinelles Lernen zur Interpretation von GNSS-R-Daten einzusetzen: Zunächst sollen die zugrunde liegenden physikalischen Zusammenhänge besser verstanden und anschließend genutzt werden, um die Bestimmung geophysikalischer Parameter zu präzisieren.

Die entwickelten Methoden könnten neue, hochgenaue Anwendungen der Erdbeobachtung ermöglichen, insbesondere für Landoberflächenparameter der kürzlich gestarteten HydroGNSS-Mission der ESA. Darüber hinaus eröffnen sich Anwendungsmöglichkeiten in gesellschaftlich relevanten Bereichen wie Bodenfeuchte-, Hochwasser- und Vegetationsmonitoring. James L. Garrison bringt damit seine spezifische Expertise zu GNSS-R an die TU Wien, stärkt die bestehende Forschungskompetenz und legt gemeinsam mit den TU-Wien-Kolleg_innen wichtige Grundlagen für die zukünftige Forschung mit „Signals of Opportunity“ von Erdbeobachtungssatelliten.

Jens Hauser

An einem Pult sitzende Person, Kopf an der Hand abgestützt, mittelkurze Haar, weißes Hemd, Schwarz-Weiß-Aufnahme

© Jens Hauser

Zeitraum: 01.09.2026 – 28.02.2027
Lehrveranstaltung: „Microperformativity, Circularity and Greenness in Art and Science” und „Workshop on Microperformativity, Circularity and Greenness in Art and Science”
Global Fellow am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften, Fakultät für Technische Chemie 

Jens Hauser arbeitet in Paris und Kopenhagen als Medienwissenschaftler, Kurator und Autor mit Schwerpunkt auf den Schnittstellen von Kunst, Technologie und Lebenswissenschaften. Er war Professor für Kunstgeschichte am KIT und ist derzeit Forscher am Medical Museion der Universität Kopenhagen und an der École Polytechnique Paris-Saclay, sowie außerordentliches Fakultätsmitglied an der Michigan State University, wo er das BRIDGE Artist-in-Residency-Programm mitleitet. Er ist bekannt für sein internationales Engagement zur Förderung von Art & Science-Initiativen, die Kooperationen fördern, bei denen Künstler_innen und Wissenschaftler_innen gemeinsam Fragen, Methoden und Materialien untersuchen – und so neues Wissen, Artefakte und Erfahrungen schaffen, die keine der beiden Disziplinen allein erreichen könnten. Im Rahmen seiner Promotion an der Ruhr-Universität Bochum hat er eine ästhetische und erkenntnistheoretische Theorie der Biomedialität entwickelt, verfügt über einen Abschluss in Wissenschafts- und Technikjournalismus von der Université François Rabelais in Tours und hat zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen „Mikroperformativität“ und „Greenness Studies“ verfasst – Themen, die er im Wintersemester in zwei Vorlesungen und einem Workshop vorstellen wird. In seiner Lehrtätigkeit an der TU Wien untersucht er, wie hybride Praktiken zwischen Kunst und Wissenschaft Konzepte von „Zirkularität“ neu denken, die Metapher des „Grünen“ entzaubern, und mikroskalierte biologische und technische Akteure sichtbar machen können. Hausers transdisziplinäre Forschung hinterfragt, wie sich „grün“ durch Kunst, Wissenschaften und Medien zieht, und setzt sich kritisch mit Greenwashing und der Fetischisierung von „Natürlichkeit“ auseinander, wobei technik-affine Künstler_innen den ambivalenten Raum zwischen Natürlichem und Künstlichem nutzen. Sein Ansatz zur „Mikroperformativität“ stellt nichtmenschliche Akteure – biologische und technische – in den Vordergrund, die anthropozentrische, mesoskopische Traditionen hinterfragen, alternative, oft spielerische Perspektiven öffnen und disziplinäre Grenzen auflösen.
Hauser wird außerdem die Grundlage für eine neue transdisziplinäre TU Summer Academy schaffen, die ab 2027 stattfinden soll.

Bas Princen

Person auf einem Sessel stehend, die eine Kamera auf einem Stativ einrichtet. Dunkel gekleidet.

© Bas Princen

Zeitraum: 01.10.2026 – 31.01.2027
Lehrveranstaltung: Medien der Architektur
Gastprofessor am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Forschungsbereich: Kunstgeschichte, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Fakultät für Architektur und Raumplanung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Bas Princen ist Künstler und Fotograf. Er studierte Industriedesign an der Design Academy Eindhoven und anschließend Architektur am Berlage Institute in Rotterdam. In seiner fotografischen Arbeit beschäftigt er sich mit der Transformation urbaner Landschaften und sich verändernden Stadträumen. Dabei geht es nicht ausschließlich darum zu dokumentieren, sondern die Fotografie auch als Werkzeug zu verwenden, um Ideen über Räume, Orte, Architektur und Landschaft zu entwickeln.
2010 wurde er für seine Zusammenarbeit mit OFFICE Kersten Geers David Van Severen auf der Architekturbiennale in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. 

Studierende der TU Wien erhalten in seiner Lehrveranstaltung Einblicke in die Verbindung von Fotografie, Architektur und urbaner Forschung und in die Frage, wie Bilder zur Wahrnehmung und Untersuchung von Architektur und Stadtraum beitragen können.

Bettina Schnedl

Dunkel gekleidete, lächelnde Person, stehend, mit kurzen Haaren und verschränkten Armen, trägt eine Bluse.

© Fotostudio Meidling

Zeitraum: 01.09.2026 – 28.02.2027
Lehrveranstaltung: Integratives Entwerfen Bachelor Urbaner Holzbau XV – IBA’27
Institut für Architektur und Entwerfen, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, BMLUK Stiftungsprofessur für Holzbau und Entwerfen im urbanen Raum, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Fakultät für Architektur und Raumplanung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

DI DI Bettina Schnedl, MSc, verbindet in besonderer Weise architektonisches Entwerfen, ingenieurmäßige Konstruktion und zeitgemäße Holzbaukompetenz. Als ausgebildete Architektin und Bauingenieurin bringt sie das Beste aus zwei Welten zusammen: den gestalterischen Blick der Architektur und das konstruktive Verständnis der Tragwerksplanung. Ergänzt wird diese doppelte fachliche Grundlage durch überholz – Universitätslehrgang für Holzbaukultur an der Kunstuniversität Linz.

Ihre berufliche Laufbahn ist geprägt von interdisziplinärer Planungspraxis an der Schnittstelle von Entwurf, Tragwerk, Holzbau, Gebäudehülle und Ausführung in Deutschland und Österreich. Seit 2025 führt Bettina Schnedl mit der bettina schnedl ZT GmbH ein eigenes interdisziplinäres Planungsbüro. Ihre Doppelbefugnis als Architektin und Ingenieurkonsulentin steht dabei für eine ganzheitliche Planungshaltung, die gestalterische, konstruktive und technische Fragen als zusammenhängende Bestandteile des Bauens versteht. Darüber hinaus ist sie als Gastprofessorin für Tragwerkslehre an der Kunstuniversität Linz tätig, wodurch sie über aktuelle Lehrerfahrung an der Schnittstelle von Architektur und Konstruktion verfügt.

Die BMLUK Stiftungsprofessur für Holzbau und Entwerfen im urbanen Raum freut sich, Bettina Schnedl für das Wintersemester 2026/27 als Gastprofessorin im Rahmen der Lehrveranstaltung „Integratives Entwerfen Bachelor Urbaner Holzbau XV – IBA’27“ gewonnen zu haben Sie begleitet dabei Studierende bei ihren Bachelorarbeiten im Kontext des urbanen Holzbaus und der IBA’27. 

Mit ihrer breiten fachlichen Qualifikation und ihrer Erfahrung in Architektur, Tragwerksplanung, Holzbau, Bauen im Bestand und Gebäudehülle bringt Bettina Schnedl eine praxisnahe und zugleich entwerferisch präzise Perspektive in die Lehre ein. Ihre Fähigkeit, architektonische Konzepte mit konstruktiver Logik und technischer Umsetzbarkeit zu verbinden, bereichert das Lehrangebot und stärkt die Verbindung von Entwurf, Konstruktion und Ausführung.

Die Implementierung der Gastprofessur wird durch die Unterstützung von proHolz Austria, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster ermöglicht.

Anastassia Smirnova-Berlin und Alexander Sverdlov

Zwei Brustbilder nebeneinander, eine Person trägt lange Haare und Stirnfransen, die andere eine Glatze und schwarze Brillen. Beide tragen Schwarz.

© Smirnova/Sverdlov

Zeitraum: 01.03.2026 – 30.06.2026
Lehrveranstaltung: Green Porosity. Towards a Climate-Improving Infrastructure in Athens – design part
Gastprofessuren am Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, Fakultät für Architektur und Raumplanung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Anastassia Smirnova-Berlin und Alexander Sverdlov haben sich im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der TU Delft, der Amsterdamer Architekturakademie und der Akademie der bildenden Künste Wien mit dem Konzept der porösen Stadt auseinandergesetzt. Ihr in den Niederlanden ansässiges Team SVESMI arbeitet derzeit an Wohnbauprojekten in Athen, um die Durchlässigkeit modernistischer Stadtblöcke zu erhöhen und das städtische Mikroklima zu verbessern.

Ihr Entwurfsstudio „Green Porosity: Wien vs. Athen. Towards a Climate-Improving Infrastructure“, das in Zusammenarbeit mit Friedrich Hauer entwickelt wurde, untersucht, wie alternative grüne Infrastrukturen schrittweise entstehen können, indem sie auf bestehende städtische Raster überlagert werden. Die Forschungsfrage konzentriert sich auf zwei gegensätzliche städtische Kontexte: die gründerzeitlichen Blockstruktur Wiens aus dem 19. Jahrhundert und die modernistischen Stadtviertel Athens, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Die Studierenden arbeiten mit einem praxisorientierten Instrumentarium, das Forschung, Entwurf und Methoden zur Klimaanpassung miteinander verbindet.

 

Die Gastprofessur von Matias del Campo wird bis 31.01.2027 verlängert (Infos unter diesem Link).

 

Die TU Wien heißt ihre Gastprofessor_innen und Global Fellows herzlich willkommen!