Wie gelingt die Transformation des öffentlichen Raums im Dialog zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft? Unter diesem Motto stand eine zweitägige Fachexkursion nach Karlsruhe, bei der eine österreichische Delegation innovative Ansätze der Stadtentwicklung besichtigte. Im Zentrum standen strategische Konzepte wie das Projekt „Öffentlicher Raum und Mobilität Innenstadt“ (ÖRMI) sowie das Karlsruher Entsiegelungs- und Stadtbaumkonzept.
Von der Strategie zur Straßentransformation
Der erste Tag bot tiefgreifende Einblicke in die Karlsruher Planungspraxis. Entlang einer Exkursionsroute durch die Innenstadt wurden wegweisende Projekte vorgestellt:
- Reallabore als Lernräume: In der Karlstraße und im Passagehof wurde gezeigt, wie temporäre Nutzungen (z. B. das Projekt „Platz für mehr“) zu dauerhaften Umgestaltungen und neuen Fußgängerzonen führen können.
- Klimaresilienz: Der neu gestaltete südliche Bahnhofsvorplatz dient als Vorzeigeprojekt für das Schwammstadtprinzip, bei dem unterirdische Baumquartiere und innovative Wassereinläufe das Regenwassermanagement optimieren.
- Kombilösung Karlsruhe: Ein Highlight war die Besichtigung des 1,5 Milliarden Euro schweren Infrastrukturprojekts. Durch die Verlegung von Straßenbahnen und Autoverkehr in Tunnel wurde an der Oberfläche Raum für begrünte Achsen und hochwertige Architektur gewonnen.
Austausch auf Augenhöhe: „Praxis trifft Praxis“
Den fachlichen Höhepunkt bildete eine Abendveranstaltung im Kulturzentrum „TRIANGEL“. Vertreter:innen aus Karlsruhe und Österreich diskutierten über die Hürden der Stadttransformation. Zentrale Erkenntnisse waren:
- Kooperation ist Pflicht: Angesichts knapper Budgets sind neue Finanzierungsmodelle und eine engere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft essenziell.
- Niederschwellige Zugänge: Um bürgerschaftliches Engagement zu fördern, braucht es in der Verwaltung klare Ansprechpartner und vereinfachte Prozesse.
- Reallabore als Impulsgeber: Wissenschaftliche Begleitung hilft, neue Mobilitätsformen rechtssicher zu erproben und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern.
Ausblick
Am zweiten Tag reflektierten die Teilnehmenden im Rahmen des „Trans|formator:in“-Programms, welche Karlsruher Ansätze auf österreichische Kommunen übertragen werden können. Mit einer letzten Werkstatt in Mödling (NÖ) im April neigt sich das Austauschprogramm nun seinem Abschluss entgegen.