Alle News an der TU Wien

Bionisch inspirierte Strahlungskühlung

TU Wien-Forschende übertragen das Kühlprinzip der Silberameise auf nachhaltige Gebäudekühlung ohne Stromverbrauch.

Symbolisch abgebildet sind eine Silberameise, die Lichtstrahlen reflektiert und dass diese Struktur der Silberameise übertragen wurde auf eine Oberfläche, die mit Chitosan beschrieben ist.

© IAP | Ille C. Gebeshuber

Die Strahlungskühlung der Silberameise wird auf mikro- und nanostrukturierte Chitosan-Oberflächen übertragen.

Die Silberameise der Sahara übersteht Bodentemperaturen von bis zu 70°C dank spezieller dreieckiger Chitinhaare: Diese reflektieren Sonnenstrahlung im sichtbaren und nahinfraroten Bereich und geben gleichzeitig Wärme im mittleren Infrarot (8–13 μm) nahezu ungehindert an den Weltraum ab. 

Ille C. Gebeshuber und Markus Zimmerl vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien (Biomimetics) zeigen in ihrer aktuellen Publikation in „Physik in unserer Zeit", öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster, wie dieses Prinzip der passiven Strahlungskühlung technisch nutzbar gemacht werden kann.Die Forschenden entwickeln mikro- und nanostrukturierte Oberflächen auf Basis von Chitosan, einem biologisch abbaubaren Material basierend auf Chitin. Solche bionischen Kühlfolien könnten künftig Gebäude und Fassaden in heißen Regionen ohne Energieverbrauch kühlen und dabei vollständig in Stoffkreisläufe eingebettet werden. Die Arbeit demonstriert eindrucksvoll, wie physikalische Prinzipien aus der Natur zu ressourcenschonenden technologischen Lösungen führen – ganz ohne aktive Bauteile oder klimaschädliche Kältemittel.