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Radinfrastruktur im Realitätscheck

Studierende der TU Wien haben im Rahmen von cycleFIT die Radinfrastruktur an mehreren Standorten erhoben und erste Verbesserungs­potenziale identifiziert.

Radabstellanlage Gußhaus

© Straka

Radabstellanlage Gußhaus

Fahrräder stehen an Bügeln, in Innenhöfen oder vor Eingängen und prägen selbstverständlich das Campusbild. Erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich, wie unterschiedlich Qualität, Ausstattung und Nutzbarkeit tatsächlich sind. Im Wintersemester 2025/2026 haben sich Studierende im Rahmen der Lehrveranstaltung cycleFIT: Nachhaltig bewegen an der TU Wien aufgemacht, die Radinfrastruktur der Universität systematisch zu erfassen. Nicht vom Schreibtisch aus, sondern vor Ort: zu Fuß, mit dem Rad, mit Kamera, mit kritischem Blick.

Die Tour führte über den Karlsplatz ins Freihaus, weiter zum Getreidemarkt und ins Gußhaus, ins Atominstitut und ins Science Center. Die erhobenen Daten wurden vor Ort dokumentiert, fotografisch festgehalten und anschließend GIS-basiert ausgewertet. Die Fotos aus der LVA zeigen keine spektakulären Szenerien, sondern Alltägliches, wie dicht gestellte Räder, leere Flächen, improvisierte Lösungen und Orte, die mehr sein könnten.

105 Abstellanlagen mit insgesamt 1.370 Stellplätzen wurden bislang erhoben. Über 90 Prozent der erhobenen Anlagen sind nicht überdacht; bei mehr als 60 Prozent wurde die Beleuchtung als unzureichend bewertet. Zwar dominieren die in Wien vertrauten Bügel, sowie vereinzelt Konstruktionen, die hinsichtlich Komforts und Diebstahlschutz Verbesserungspotenzial aufweisen. Am Getreidemarkt steht eine Doppelstockanlage, eine Ausnahme im Gesamtbild. 
Neben den Abstellanlagen richtete sich der Blick auf Duschen und Umkleidemöglichkeiten. Wo sind sie an der TU Wien verortet? Sind sie in Gebäudeplänen klar ersichtlich? Manches wirkt funktional, anderes provisorisch, wieder anderes bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Auch Serviceeinrichtungen, wie etwa Fahrradservicestationen wurden erfasst. 

Besonderes Augenmerk galt jenen Flächen, die noch keine Infrastruktur tragen, es aber könnten. Zum Beispiel teilüberdachte Bereiche, untergenutzte Zonen in Tiefgaragen, Randflächen mit Entwicklungspotenzial. Die Erhebung versteht sich nicht als bloße Inventur, sondern als Grundlage für Priorisierung und Maßnahmenentwicklung.

Die Erhebung ist noch nicht abgeschlossen. Sie ist Work in Progress, so wie die Infrastruktur selbst. Bereits jetzt wird deutlich, dass die Förderung des Radverkehrs an der Universität über die reine Anzahl an Stellplätzen hinausgeht. Aspekte wie Witterungsschutz, Beleuchtung, Zugänglichkeit und Qualität der Ausstattung spielen eine zentrale Rolle. Die Befahrung der Standorte war ein Anfang. Im Sommersemester werden darauf aufbauend neue Lehrveranstaltungen im Rahmen von cycleFIT angeboten, bei denen Studierende die Möglichkeit haben innovative Ideen hinsichtlich der Radinfrastruktur an der TU Wien einzubringen.  

Rad Wildparken am Freihaus

© Felderer

Rad Wildparken am Freihaus

Duschen am Getreidemarkt

© Kirschning

Duschen am Getreidemarkt

Stakeholder Aktivierung

© Lutz

Stakeholder Aktivierung