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Internet of Rail Things – Schienen werden digital

Nach über 190 Jahren kommt der sehr analoge Schienen-Güterverkehr ins digitale Zeitalter. Der Güterwagen wird ‚smart‘.

Zugschienen

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Virtual Expert Talk mit Jürgen Rudolf (A1 Digital): Schienen-Güterverkehr wird ‚smart‘

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Jürgen Rudolf

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Jürgen Rudolf, Bid- & Portfolio Management and Innovation bei A1 Digital und Vortragender im MBA Mobility Transformation

Autor: Jürgen Rudolf, Bid- & Portfolio Management and Innovation bei A1 Digital und Vortragender im MBA Mobility Transformation

Der Siegeszug der Eisenbahn beginnt 1825 in England und 1935 in Mitteleuropa. Nach nunmehr über 190 Jahren kommt der sehr analoge Schienen-Güterverkehr ins digitale Zeitalter. Der Güterwagen wird ‚smart‘.

In der 2. Hälfte der 2010er Jahre wurde begonnen, die ersten Güterwagen-Flotten mit ‚Telematik-Boxen‘ auszurüsten, um damit z.B. die aktuelle geographische Position an eine zentrale Plattform zu übermitteln. So konnten die Logistik und Kundeninformation (wo ist meine Lieferung/wann wird sie eintreffen?) stark verbessert und die Effizienz gesteigert werden. Endlich weiß der Service-Verantwortliche, wie viele Kilometer der Güterwagen tatsächlich absolviert hat und kann so die Werkstatt-Intervalle besser planen.

Sensoren geben Auskunft über verschiedene Komponenten – z.B. Verschleiß der Bremsen, Beladungszustand/-gewicht, Türe offen/zu u.v.a. Schon jetzt werden viele Daten gesammelt und versucht, diese in bestehende, leider noch selten miteinander kompatible, Systeme zu integrieren.

In der Digitalisierung eine umfassende ‚Asset Management Plattform‘ anzudenken, optimiert diese Datenanalysen. Diese Plattform verbindet nicht nur die Informationen der Güterwagen untereinander. Vernetzt werden auch alle sonstigen Daten von Infrastruktur, Werkstätten, Disposition und Logistik, Energieversorgung. Mithilfe der Auswertung durch intelligente Analytik-Methoden können alle gegenseitig voneinander profitieren und die Effizienz des ‚großen Ganzen‘ kann deutlich gesteigert werden.

Effizienzsteigerung durch Datenanalysen und künstliche Intelligenz

Mit den bereits erwähnten Telematik-Boxen, ist eigentlich schon der erste und teuerste Schritt der IoT ‚Internet of Things‘, Reise getan. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) kann man die Daten auch für weitere sinnvolle Anwendungen nutzen. Ein Beispiel für ein Projekt, das durch die Sammlung von Daten Veränderungen im Schienen-Güterverkehr bringt, ist SmartCargo der Rail Cargo Austria. Gemeinsam mit A1 Digital, wurden die Wagen ausgestattet, um mit KI tiefgreifende Datenauswertungen und zusätzliche, effizienzsteigernde Lösungen realisieren zu können.

Gesamteuropäische Initiativen, wie die Erneuerung der alten Schraubenkupplung von Güterwagen, werden einen wesentlichen Beitrag leisten, die Abfertigung der Güterzüge zu beschleunigen und die Sicherheitsstandards – z.B. im Verschub - zu erhöhen. Das Ziel der bereits gestarteten IoT Reise ist, es den Schienen-Güterverkehr nicht nur insgesamt sicherer gestalten (etwa mit dem direkten Ansteuern elektro-pneumatischer Bremsen, um den Bremsweg des Zuges deutlich zu verkürzen), sondern auch wettbewerbsfähiger gegenüber anderen Transportmodi zu gestalten.

Schließlich ist der Frachttransport auf der Schiene die CO²-schonendste Cargo Option. Ohne starke Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene wird das Erreichen der ambitionierten Klimaziele des Paris Climate Accords nicht möglich sein. Dies zeigt sich auch bei einer Vielzahl von Initiativen, wi zB Shift2Rail, Rail Freight Forwar und Noah’s Train. Die Digitalisierung ist auf Schiene – für die Optimierung der Datennutzung und -vernetzung gilt es noch, die richtigen Weichen zu stellen.

Hintergrund:

Mobilität befindet sich derzeit in einer fundamentalen Umbruchsphase. Der Megatrend stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen und birgt gleichzeitig enormes Potential. Durch das Zusammenspiel mit Digitalisierung, Urbanisierung, Konnektivität und Individualisierung entstehen heute mobile Lösungen, die sich wie nie zuvor an den Bedürfnissen der Menschen und dem Wunsch einer nachhaltigen Lebensführung orientieren.

Teilnehmer_innen des neuen MBA Programms Mobility Transformation, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster der TU Wien denken und gestalten diese Lösungen zu einer zero-emission Mobilität 2050 neu.

Über den Autor:

Jürgen Rudolf ist seit über 20 Jahren im Bereich Mobilität mit digitalen Anwendungsmöglichkeiten tätig. Zurzeit arbeitet er bei A1 Digital an der Implementation von Digitalisierungsmöglichkeiten im Verkehrssektor. Zudem unterrichtet er „Digitization of freight mobility“ im MBA Mobility Transformation.

In seinem Vortrag, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster „Schienen Güterverkehr wird ‚smart‘ – Digitalisierung als Motor der Effizienzsteigerung für klimaschonenden Frachttransport“ sprach er über Chancen, Risken, administrative und legistische Herausforderungen der Digitalisierung.