Organisationen durch turbulente Zeiten zu führen, bedeutet heute mehr, als einen strategischen Kurs vorzugeben und dessen Umsetzung zu kontrollieren.

Führungskräfte müssen Stabilität schaffen und gleichzeitig flexibel bleiben. Sie müssen das operative Geschäft steuern und zugleich die Zukunftsfähigkeit ihrer Organisation sichern. Dabei sollen sie Verantwortung übernehmen, ohne alle Entscheidungen selbst zu treffen, und Veränderungen anstoßen, obwohl sich deren Ergebnisse nicht vollständig vorausplanen lassen.

Das Kompaktprogramm Effectively Transforming Organizations vermittelt Ihnen praxiserprobte Führungsprinzipien und neue Ansätze für die Gestaltung von Veränderung. Zwei ungewöhnliche Perspektivwechsel – in die Welt des Militärs und in die Wissenschaft – zeigen, wie Führung in komplexen Organisationen wirksam entlastet und Veränderung schrittweise erprobt werden kann.

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Was Sie erwartet

Führung, die Orientierung gibt und Handlungsspielräume schafft

In turbulenten Situationen entsteht häufig der Impuls, Kontrolle zu verstärken, klare Vorgaben zu machen und wichtige Aufgaben selbst zu übernehmen.

Kurzfristig kann dieses Vorgehen Sicherheit vermitteln. In komplexen Systemen führt es jedoch oft dazu, dass Entscheidungen zu langsam getroffen werden, Verantwortung nach oben delegiert wird und die Handlungsfähigkeit der Organisation abnimmt.

Im Programm lernen Sie einen anderen Führungsansatz kennen: Führung schafft einen klaren Rahmen, überträgt Entscheidungsfreiheit gezielt auf die jeweils geeignete Ebene und konzentriert sich auf das, was tatsächlich Führungsaufgabe ist.

Veränderung, die nicht vollständig vorausgeplant werden muss

Klassisches Change Management basiert häufig auf der Annahme, dass Zielbild, Weg und Ergebnis einer Veränderung im Voraus festgelegt werden können.

In komplexen Organisationen ist dies nur eingeschränkt möglich. Maßnahmen können unerwartete Wirkungen entfalten, Rahmenbedingungen können sich verändern und vermeintlich überzeugende Lösungen können in der Praxis scheitern.

Sie lernen deshalb, Veränderung als strukturierten Lernprozess zu gestalten. Statt umfassende Lösungen sofort in der gesamten Organisation auszurollen, schaffen Sie begrenzte Experimentierräume, in denen neue Ansätze ergebnisoffen und risikoarm getestet werden können.

Ein neues Verständnis wirksamer Führung

Wie Führungskräfte handeln, hängt wesentlich davon ab, welches Bild sie von Menschen und Organisationen haben.

Trauen Sie Mitarbeiter_innen zu, eigenständig Verantwortung zu übernehmen? Betrachten Sie Abweichungen vor allem als Fehler oder auch als wichtige Informationen? Verstehen Sie Führung als Kontrolle oder als Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen?

Im Programm reflektieren Sie die Grundannahmen hinter Ihrem Führungsverhalten. Dadurch entwickeln Sie ein differenzierteres Verständnis davon, wie Selbstorganisation, Verantwortung und wirksame Zusammenarbeit entstehen können.

Was Sie lernen werden

Nach Abschluss des Programms können Sie:

  • Organisationen aus einer systemischen Perspektive betrachten
  • Komplexität von bloßer Kompliziertheit unterscheiden
  • auch in turbulenten Situationen Orientierung geben
  • Entscheidungs- und Handlungsspielräume sinnvoll verteilen
  • das Subsidiaritätsprinzip auf konkrete Führungsfragen anwenden
  • sich als Führungskraft bewusst auf zentrale Aufgaben konzentrieren
  • Verantwortung übertragen, ohne die strategische Richtung aus der Hand zu geben
  • Veränderung als strukturierten Lern- und Experimentierprozess gestalten
  • Experimentierräume für neue organisatorische Lösungen entwickeln
  • Ihr eigenes Menschenbild und dessen Wirkung auf die Zusammenarbeit reflektieren
  • tragfähige Veränderungsimpulse in komplexen Organisationen setzen

Führung als Kunst des Loslassens

Wenn Unsicherheit und Druck zunehmen, reagieren Führungskräfte häufig mit mehr Kontrolle. Sie verlangen zusätzliche Abstimmungen, treffen Entscheidungen selbst oder geben detailliertere Anweisungen.

Je komplexer eine Situation wird, desto weniger kann eine einzelne Person jedoch alle relevanten Informationen erfassen und verarbeiten. Zentralisierte Entscheidungen können dadurch zum Engpass werden.

Im Programm richten wir den Blick auf Führungsprinzipien, die ursprünglich für besonders dynamische und unübersichtliche Situationen entwickelt wurden. In militärischen Organisationen ist seit Langem bekannt, dass wirksame Führung nicht bedeutet, jede einzelne Handlung zentral vorzugeben.

Entscheidend sind ein klarer Auftrag, ein gemeinsames Verständnis der übergeordneten Absicht und ausreichende Handlungsspielräume für jene Personen, die unmittelbar mit einer Situation konfrontiert sind.

Sie lernen, wie sich diese Prinzipien auf Unternehmen übertragen lassen – ohne militärische Hierarchien zu kopieren. Im Mittelpunkt stehen Subsidiarität, dezentrale Entscheidungsfähigkeit, klare Orientierung und die bewusste Selbstbeschränkung von Führung.

Entscheidungsfreiheit sinnvoll verteilen

Agile Organisationen benötigen Mitarbeiter_innen, die eigenständig handeln können. Verantwortung lässt sich jedoch nicht einfach durch einen allgemeinen Appell übertragen.

Führungskräfte müssen klären, welche Entscheidungen auf welcher Ebene getroffen werden sollen, welche Grenzen gelten und welche Informationen dafür benötigt werden.

Das Subsidiaritätsprinzip bietet hierfür einen konkreten Ansatz: Entscheidungen sollen möglichst dort getroffen werden, wo das relevante Wissen vorhanden ist und die Auswirkungen unmittelbar sichtbar werden.

Im Programm erarbeiten Sie, wie Sie Entscheidungs- und Handlungsspielräume gezielt erweitern können, ohne Orientierung oder Verbindlichkeit zu verlieren.

Selbstbeschränkung als Führungskompetenz

Wirksame Führung bedeutet nicht, sich aus der Verantwortung zurückzuziehen. Sie bedeutet, die eigene Aufmerksamkeit auf jene Aufgaben zu richten, die nicht sinnvoll delegiert werden können.

Dazu gehören insbesondere die strategische Ausrichtung, die Gestaltung von Rahmenbedingungen, die Klärung von Verantwortlichkeiten und die Entwicklung der Organisation.

Sie reflektieren, wo Ihr Eingreifen tatsächlich notwendig ist und wo es Eigenverantwortung, Initiative oder Lernen verhindert. Dadurch gewinnen Sie Freiraum für strategische und zukunftsorientierte Führungsaufgaben.

Leading Change als Experiment

Veränderungsprozesse werden häufig wie technische Projekte geplant: Ein Problem wird analysiert, ein Zielzustand definiert und anschließend ein Maßnahmenplan umgesetzt.

Organisationen bestehen jedoch aus Menschen, Beziehungen, informellen Strukturen und vielfältigen Wechselwirkungen. Veränderungen lassen sich deshalb nicht vollständig berechnen.

Ein Perspektivwechsel in die Wissenschaft eröffnet einen alternativen Zugang. Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht nicht allein durch Planung, sondern durch Hypothesen, Experimente, Beobachtung und Lernen.

Diese Logik lässt sich auf Organisationen übertragen. In klar begrenzten Experimentierräumen können neue Arbeitsweisen, Strukturen oder Prozesse zunächst im kleinen Rahmen erprobt werden. Was sich bewährt, wird weiterentwickelt und schrittweise ausgeweitet. Was nicht funktioniert, liefert wichtige Erkenntnisse, ohne die gesamte Organisation zu gefährden.

Dadurch wird Veränderung flexibler, risikoärmer und näher an der tatsächlichen organisationalen Realität.

Das System verstehen

Organisationale Herausforderungen entstehen selten durch eine einzige Ursache. Entscheidungen wirken auf unterschiedliche Bereiche, verändern Beziehungen und lösen häufig unerwartete Reaktionen aus.

Systemtheoretische Perspektiven helfen Führungskräften, diese Wechselwirkungen besser zu verstehen. Sie ermöglichen es, vorschnelle Lösungen zu vermeiden und stärker darauf zu achten, welche Rahmenbedingungen bestimmtes Verhalten begünstigen.

Im Programm lernen Sie, Organisationen nicht ausschließlich als steuerbare Maschinen, sondern als komplexe soziale Systeme zu betrachten. Diese Perspektive bildet die Grundlage für ein Führungs- und Veränderungsverhalten, das der tatsächlichen Dynamik von Organisationen gerecht wird.

Format: Berufsbegleitendes, dreitägiges Kompaktprogramm
Termin: Donnerstag, 21. Jänner bis Samstag, 23. Jänner 2027
Nächster Start: Oktober 2026
Unterrichtssprache: Englisch
Veranstaltungsort: TU Wien
Teilnahmegebühr: € 2.500,00
Abschluss: Zertifikat der TU Wien Academy
Anmeldefrist: 15.12.2026

  • Weil komplexe Organisationen nicht allein durch mehr Kontrolle wirksamer werden.
  • Weil dezentrale Verantwortung eine klare strategische Orientierung und geeignete Rahmenbedingungen benötigt.
  • Weil Führungskräfte nicht alle Antworten kennen müssen, aber produktive Lernprozesse ermöglichen können.
  • Weil klassische Veränderungspläne in dynamischen Umfeldern zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
  • Weil Experimente dabei helfen, neue Lösungen risikoarm zu erproben und auf Basis realer Erfahrungen weiterzuentwickeln.
  • Weil wirksame Transformation mit einem reflektierten Verständnis von Führung, Menschen und Organisationen beginnt.

Das Kompaktprogramm richtet sich an Führungskräfte und Entscheidungsträger_innen, die Organisationen oder Organisationseinheiten durch Veränderung und zunehmende Komplexität führen.

Besonders angesprochen sind:

  • Geschäftsführer_innen und Führungskräfte
  • Bereichs-, Abteilungs- und Teamleiter_innen
  • Verantwortliche für Transformation und Change
  • Organisationsentwickler_innen
  • Projekt- und Programmmanager_innen
  • Führungskräfte in technologieorientierten und wissensintensiven Unternehmen
  • technische Expert_innen auf dem Weg in eine strategische Führungsfunktion
  • Entscheidungsträger_innen, die mehr Eigenverantwortung und dezentrale Handlungsfähigkeit ermöglichen möchten

Das Programm ist branchenübergreifend ausgerichtet und eignet sich für Teilnehmer_innen aus privatwirtschaftlichen, öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen.

Das Programm verbindet wissenschaftlich fundierte Konzepte mit praktischen Führungsinstrumenten, Fallarbeit, Reflexion und kollegialem Austausch.

Sie arbeiten mit konkreten Situationen aus Ihrem eigenen Führungsalltag und überprüfen, welche der vorgestellten Ansätze auf Ihre Organisation übertragbar sind.

Theoretische Impulse aus Systemtheorie, Organisationsentwicklung und moderner Führungsforschung werden durch anwendungsorientierte Übungen ergänzt. Dabei entwickeln Sie konkrete Ideen dafür, wie Sie Entscheidungsräume erweitern, sich als Führungskraft gezielt selbst beschränken und Veränderung durch Experimente gestalten können.

Im Mittelpunkt steht der direkte Transfer in Ihre Organisation.

Organisationen verändern, ohne alles kontrollieren zu müssen

Wirksame Transformation bedeutet nicht, für jede Herausforderung bereits im Voraus die richtige Lösung zu kennen.

Sie beginnt mit der Fähigkeit, Orientierung zu schaffen, Verantwortung sinnvoll zu verteilen und Räume zu eröffnen, in denen neue Lösungen entstehen und erprobt werden können.

Effectively Transforming Organizations vermittelt Ihnen die Denkweisen und Instrumente, mit denen Sie Ihre Organisation auch unter komplexen Bedingungen kraftvoll, selbstbewusst und zukunftsorientiert führen können.

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compact-programs@tuwien.ac.at